Dienstag, 25. Juni 2019

Die Siebenschläfer von Ephesus, Ruhstorf und Sept Saints: Christlich-islamische Begegnungen (aktualisiert)

Siebenschläferkirche Ruhstorff
Wer die Siebenschläfer-Kirche im niederbayerischen Rotthof (Ortsteil von Ruhstorf, südlich von Passau) besucht, dem eröffnet sich im Grunde ein umfassendes religiöses Geschichtspanorama.
Das römische Relief an der südlichen Außenmauer der Kirche hielt man zuerst für eine Darstellung der berühmten Sieben Schläfer aus Ephesus, die der Kaiser Decius im Jahre 251 als Märtyrer bei lebendigem Leibe hatte einmauern lassen. Nach 200 Jahren wachten sie wieder auf (die Jahresangaben schwanken in den Varianten der Legenden). 

Als einer der jungen Männer in die Stadt kam und Nahrung mit dem Geld der vergangenen Zeit bezahlen wollte, war das Erstaunen groß. Erst langsam bemerkten die Einwohner, dass die damals 7 getöteten Männer wieder zum Leben erweckt worden waren!

Das ursprünglich für eine Darstellung
der heiligen sieben Schläfer
gehaltene römische Relief an der Kirche in Rotthof

So nahm die Heiligenlegende über die Macht des christlichen Glaubens ihren Lauf: Die damals der Vernichtung Preisgegebenen hatten "nur geschlafen" und bezeugten nun, dass der Glaube an Jesus Christus stärker ist als der Tod.

Weitere Informationen (mit dem Altarbild in der Kirche) hier:
Die Siebenschläfer von Rotthof



Siebenschläferhöhle bei Ephesus, 1926 entdeckt (Wikipedia)
Es gibt auch die Tradition einer solchen Höhle in Tarsus

Im Koran wird diese Geschichte unter islamischen Gesichtspunkten ähnlich erzählt. Sie bezeugt, dass der Tod vor dem Gott des Lebens keine Chance hat (Sure 18).
Mehr zur Sure 18: Die Höhle

Vers 18: 
„Du hättest gemeint, sie seien wach, während sie (in Wirklichkeit) schliefen, wobei wir sie auf die rechte Seite und die linke sich umdrehen ließen, und ihr Hund mit ausgestreckten Beinen am Eingang lag. Hättest du sie so erblickt, hättest du dich vor ihnen zur Flucht gewendet und vor ihnen nichts als Schrecken empfunden.“

Goethe nimmt übrigens im  West-östlichen Divan die Siebenschläfer-Legende auf. Und auch der im Koran erwähnte Hund findet seinen Platz bei den SchläfernGoethes Gedicht: hier

In der Koransure 18, Vers 19 heißt es dann weiter:
„(Während sie nun) auf diese Weise (schliefen), weckten wir sie auf, damit sie sich untereinander befragen würden. Einer von ihnen sagte:>Wie lang habt ihr verweilt?< Sie antworteten:>Einen Tag, oder den Teil eines Tages.< Sie sagten (schließlich):>Euer Herr weiß am besten darüber Bescheid, wie lang ihr verweilt habt. Schickt nun einen von euch mit diesem eurem Geld in die Stadt! Und er soll schauen, wer in ihr die reinste Speise (anzubieten) hat. Und er soll euch davon Vorrat bringen. Er soll es geschickt anstellen und niemandem etwas von euch merken lassen<.“ 

Mit dieser Geschichte ist fast unerwartet ein Stück gemeinsamer Tradition von Christen und Muslimen entstanden. Und d
ie Orte und Kirchen mit dem Namen dieser sieben Heiligen sind im Grunde eine Einladung zum Dialog.

Der berühmte Orientforscher Louis Massignon (1883-1962) hat für den kleinen bretonischen Ort "Sept Saints" (= Sieben Heilige") diesen Impuls aufgenommen, und seit 1954 wird die jährliche Wallfahrt in der Bretagne zu einem Zeichen des christlich-islamischen Miteinanders.

Die 7 Heiligen mit Maria im Chor der Kirche von Sept Saints Vieux Marché (Bretagne)



Islamische Darstellungen der Siebenschläfer-Legende
auf Büchern zu diesem Thema:
F. Jourdan im Verlag Maisonneuve & Larose 1983 und 2001

  • Eine Variante der Tradition des langen Schlafes im Judentum in den "Nachträgen zu Jeremia" --- in: Jens Herzer, Die Paralipomena Jeremiae. Studien zu Tradition und Redaktion einer Haggada des frühen Judentums. Reihe: Texte und Studien zum Antiken JudentumBd. 43. Tübingen: Mohr-Siebeck 1994
  • Hermann Kandler: "Die Bedeutung der Siebenschläfer (Ashab al-kahf) im Islam. Untersuchungen zu Legende und Kult in Schrifttum, Religion und Volksglaube unter besonderer Berücksichtigung der Siebenschläfer-Wallfahrt. - Abhandlungen zur Geschichte der Geowissenschaften und Religion/Umweltforschung Bd. 7.Bochum: Universitätsverlag Brockmeyer 1994
  • Hermann Kandler: Die Legende von den Heiligen Siebenschläfern (Ashab al-kahf)als islamisches-christliches Gemeingut.
    Religionen unterwegs, 24. Jg., Nr. 03 (September 2018), S. 11-17

Der Gedenktag für die Sieben Schläfer 
(nicht mit dem gleichnamigen Tier zu verwechseln) ist der 27. Juni. 
Er ist heute nur noch durch die Wetterregeln bekannt: 
  • Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.


CC 

Samstag, 22. Juni 2019

Tunesien - Fortschritte in der Demokratie und Abwehr des politisierten Islam (aktualisiert)


Festung (Ribat) von Monastir (Wikipedia)



Tunesien ist derzeit das einzige Land, dem es nach dem Arabischen Frühling gelang, eine demokratische Grundordnung zu etablieren. Diese gesellschaftliche Freiheit ist jedoch höchst gefährdet, weil sie den islamistischen Terrorgruppen, aber auch Salafisten ein besonderer Dorn im Auge ist. 
Das maghrebinische Land zeigt nämlich, dass sog. westlich-säkulare Werte und nordafrikanische Kultur ein freiheitliches Miteinander ermöglichen können. 

Ein dialogoffener Islam ist selbstverständlich Teil dieser Kultur. Die islamische Mehrheitsgesellschaft pflegte und pflegt ein ausgesprochen harmonisches Verhältnis  zu Juden und Christen.


Man darf nicht vergessen, dass Nordafrika über Jahrhunderte auch von Zeugnissen griechischer und römischer Lebensart geprägt wurde. 


Zur gesellschaftlichen Entwickung in Tunesien



Es war darum ein beeindruckendes Zeichen der Weisheit des norwegischen Nobelpreiskomittees, den  Friedensnobelpreis 2015  dem "Quartett für den nationalen Dialog", zu verleihen. Es setzt sich besonders intensiv für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde ein.

Die Süddeutsche Zeitung so auf den Punkt gebracht (SZ online, 09.10.2015):
"Tunesien und sein Staatsrettungs-Quartett geben eine Anleitung dafür, wie auch andere arabische Gesellschaften aus dem selbstzerstörerischen Kreislauf von religiösem Hass und Gewalt entkommen könnten. Der Friedensnobelpreis belohnt diese viel zu wenig beachtete Anstrengung und zeigt der ganzen Welt, wie tatsächlich geholfen werden kann in dieser Zerfallsregion. Friedenssicherung beginnt mit Prävention, heißt die Botschaft. Der Frieden bleibt dort erhalten, wo vorgesorgt wird und wo sich eine Gesellschaft selbst gegen den Zerfall stemmt."


Presseerklärung:



Zur Geschichte
Tunesien spielt für die arabische Welt eine wichtige Rolle, weil hier Islam und Demokratie eine kooperative Verbindung eingenangen sind. Es lohnt darum sehr die Geschichte Tunesiens seit der Unabhängigkeit genauer zu bedenken. Dazu verhilft besonders ein Buch von:
Larbi Chouikha, Éric Gobe: Histoire de la Tunisie depuis l’indépendance. 
Histoire, No. 658. Paris: La Découverte 2015, 128 p.

Histoire de la Tunisie depuis l'indépendance - Larbi CHOUIKHA, Éric GOBEAu début de 2011, en chassant du pouvoir un dictateur vieillissant, la Tunisie a été propulsée sur la scène médiatique internationale. Initiateur des « printemps arabes », ce petit pays donnait pourtant l’image d’un régime stable, certes dirigé par un despote, mais ouvert sur l’Occident. Cependant, la question de la succession du président Ben Ali amenait certains auteurs à s’interroger sur la durabilité d’un pouvoir largement fondé sur la coercition.
Ce livre apporte des clés pour comprendre la manière dont le régime autoritaire tunisien s’est construit, puis pérennisé, et a été remis en cause. Si le système politique instauré par le président Bourguiba (1956-1987) était sous-tendu par un projet de société modernisateur, celui du président Ben Ali (1987-2011) visait à transformer le pouvoir en un instrument d’accumulation de richesses économiques au profit d’un clan familial. La rupture introduite par la « révolution » de 2011 a ouvert la voie à un nouveau cycle politique.
Larbi Chouikha est professeur à l’Institut de presse et des sciences de l’information (université de la Manouba, Tunisie): Eric Gobe est directeur de recherche au CNRS (IRMC de Tunis). 


Man muss sich vergegenwärtigen: Die aufregenden Ereignisse der sog. Jasmin-Revolution 2010/2011 drohten bald wieder in Unterdrückung durch ultra-konservativ-religiöse Kräfte zu münden. Die Groupe d'Observatoire de la Tunésie (IFEX) und der tunesische PEN-Klub gaben 2012 darum als Mahnung und Aufruf  eine Anthologie zur Revolution heraus:
Pensées en cavales ( = Gedanken-Ausbrüche). Hier wehren sich Friedensaktivisten wie Schriftsteller, Dichter, Journalisten, Fotografen gegen Zensur, Verbote und Einschränkung der Meinungsfreiheit! Diese Menschen versuchen, den Repressionen zu widerstehen und die Barrieren in der Gesellschaft zu überwinden. 
Tunesien hat es nicht einfach: Es ist weiterhin im Inneren wie auch durch die Ereignisse beim Nachbarn Libyen mit islamistischen Terror bedroht. Es muss im Interesse der Völker auf der Nordseite des Mittelmeers sein, dass Tunesien eine Brücke des Friedens, der Freiheit und Verständigung zwischen Orient und Okzident bleibt.

Ergänzende Literatur
  • John Ruedy (eds.): Islamism and Secularism in North Africa.
    New York: St. Martin's Press 1994, XXII, 298 pp., index
  • Jacques Taïeb: Sociétés juives du Maghreb moderne (1500-1900).
    Un monde en mouvement. Préface de Michel Abitbol
    Paris: Maisonneuve & Larose 2000, 223 pp., index

Eine beeindruckende Erinnerung an den April 1914:Die Tunis-Reise der drei Maler 
Paul Klee, August Macke und Louis Moillet:

Die Reise führte von Tunis über St. Germain und Sidi Bou Said nach Hammamet und dann in die Wüstenstadt Kairouan, die durch auch als islamischer Wallfahrtsort berühmt ist.
Kultur, Landschaft und Architektur des Maghreb inspirierten diese Künstler so sehr, dass die Nachwirkungen bis heute als interkulturelles Schlüsselerlebnis anzusehen ist. Allerdings fand die Reise kurz vor Beginn des 1. Weltkriegs statt.  Paul Klee schrieb wahrscheinlich in einer gewissen Vorahnung in sein Tagebuch:  "Die Sonne von einer finsteren Kraft. Die farbige Klarheit am Lande verheißungsvoll."  Das klingt fast auch wie eine Botschaft für das Tunesien nach der Jasmin-Revolution.

--- Tunesische Reminiszenzen (Reinhard Kirste)
--- Vgl. Bericht in SPIEGEL online vom 02.12.2010 (mit aktuellen Fotos)
--- Ein Bildband zur Tunisreise (NDR-Rezension vom 20.06.2014)

Dienstag, 18. Juni 2019

Aung San Suu Kyi - Wo Humanität nicht mehr gilt (aktualisiert)

Sacharow-Preis (1990)
nachträglich an
Aung San Suu Kyi
in Straßburg, 22.10.2013
(Wikipedia)
Myanmar / Burma ist immer noch sehr  langsam auf dem Weg zur Demokratie. Nach der Aufhebung des über 15jährigen Hausarrests der bekannten burmesischen Oppositionspolitikerin  im Jahre 2010 nutzte die "Lady" Aung San Suu Kyi (geb. 1945) die wiedererlangte Freiheit, um mehr Menschlichkeit und soziale, Gerechtigkeit in ihrem Land zu erreichen.  Mit ihrer Partei der “National League for Democracy” (NLG - zugleich ihre eigene Webseite) arbeitete sie für ein demokratisches Myanmar. Sie gehört auch dem neu gewählten Parlament des Landes an und hat eine wichtige Funktion als "Staatsberaterin".
Wegen ihres gewaltlosen Widerstandes in den Zeiten der Militärdiktatur galt sie wie Mahatma GandhiNelson Mandela oder Martin Luther King  als wichtiges Vorbild für die Durchsetzung von Menschenwürde und Menschenrechten. 
Allerdings erlebt die in Burma lebende Minoritätengruppe der islamischen Rohingya (Deutschlandfunk, 26.04.2014) seit einigen Jahren nichts von diesen Veränderungen, ganz im Gegenteil. Sie sind bisher noch nicht einmal als normale burmesische Staatsbürger akzeptiert.
Vgl. schon: ZEIT online vom 25.05.2013: Buddhisten töten in Myanmar hilflose Muslime
Inzwischen hat ihre Verfolgung erschreckende Ausmaße angenommen. Es handelt sich im Grunde um eine ethnische Säuberung!
Mehr und mehr stellt sich darum die Frage, wie es mit den unterdrückten und verfolgten Muslimen weitergehen wird. Die letzten Äußerungen von Aung San Suu Kyi zu diesen Menschenrechtsverletzungen sind von beunruhigender Zurückweisung geprägt.
Ihre Abgrenzung gegenüber den Muslimen nimmt immer deutlichere Formen an.




Literatur zu Aung San Suu Kyi
  • Bericht von Charlotte Wiedemann in Qantara.de vom 01.07.2014
  • Se libérer de la peur. Paris: des femmes 1991, 223 pp.
  • Der Weg zur Freiheit. Die Friedensnobelpreisträgerin aus Birma im Gespräch mit Alan Clements.
    Göttingen: V & R 2009, 352 S., Glossar (Neuausgabe von 1997 bei Bastei Lübbe)
    Rezension: hier
  • Mikio Oishi: Aung San Suu Kyi's Struggle. Its Principles And Strategy.
    Penang (Malaysia): Just World Trust (JUST) 1997, 54 pp.
  • Barbara Schwepke: Aungs Sann Suu Kyi - Heldin von Burma. das mutige Leben der Friedensnobelpreisträgerin. Herder Spektrum 4697. Freiburg u.a.: Herder  1999, 192 S.
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Ältere Berichte
CC

Sonntag, 16. Juni 2019

Erwin Kräutler - Ein Leben für Amazonien, für die Armen und für das Klima der Welt


 
ERWIN KRÄUTLER,
geb. 12, Juli 1939 in Koblach, Vorarlberg; Mitglied der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut,
seit seiner Priesterweihe 1965 in Brasilien tätig, war von 1981 bis 2016 Bischof der Prälatur Xingu,
der größten Diözese des Landes.
International bekannt wurde er vor allem auch für seinen Widerstand gegen das Staudamm-Projekt
Belo Monte, das den Amazonas und seine Ureinwohner massiv bedroht.
Für seinen Einsatz für die Umwelt und die indigenen Völker wurde er mehrfach ausgezeichnet,
u. a. mit Ehrendoktoraten, 2010 mit dem Alternativen Nobelpreis und 2015 mit dem Ehrenpreis
des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.
2015 war er einer der Berater zur Ökologie-Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus.



NEUERSCHEINUNG IM TYROLIA-VERLAG  - AUGUST 2019:



Erwin Kräutler
Erneuerung jetzt
Impulse zur Kirchenreform
aus Amazonien


In Zusammenarbeit mit Josef Bruckmoser

ca. 160 Seiten, 13,5 x 20,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag
 Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2019; ISBN 978-3-7022-3786-8
Auch als E-Book erhältlich: ISBN 978-3-7022-3787-5,

Beiträge zur Vorbereitung 
der Amazonien-Synode im Herbst  2019: 
Ausgehend von seinen eigenen Erfahrungen als langjähriger Bischof
in Brasilien fasst Erwin Kräutler seine Vorschläge und Anliegen
für eine Erneuerung der Kirche mit Blick auf
die Bedürfnisse der Menschen an der Basis zusammen.
Auch persönlich e
ingebunden
in die Vorbereitung der Synode bezieht er Stellung
zu Position und Aufgaben der Frau in der Kirche, zu Ökologie
und Schöpfungsverantwortung als einer Frage des Überlebens,
zu neuen Wegen in der Seelsorge wie Frauendiakonat
oder den "viri probati"
und fügt zu einer Option für die Armen auch eine Option
für die "Anderen" hinzu: die Ausgegrenzten, die Andersdenkenden,
die Andersglaubenden und vor allem auch die indigenen Völker,
für die eine Berücksichtigung ihrer besonderen
kulturellen Ausdrucksformen gefunden werden sollte.
 

 
Zum Pressetext >>>     

Bereits im Tyrolia-Verlag erschienene Titel von ERWIN KRÄUTLER: 

 




Erwin Kräutler

Mein Leben für Amazonien

An der Seite der unterdrückten Völker
In Zusammenarbeit mit Josef Bruckmoser

Auch als E-Book erhältlich!

--- Zum Pressetext >>>
--- Inhaltsverzeichnis
--- Vorwort 
 
Erwin Kräutler

Habt Mut!
Jetzt die Welt und die Kirche verändern

In Zusammenarbeit mit Josef Bruckmoser

Auch als E-Book erhältlich!


Tief beeindruckt von der Enzyklika "Laudato si", in deren Vorfeld
 er Papst Franziskus auch seine persönlichen Wünsche und Anliegen
 vortragen durfte, fasst Erwin Kräutler seine lebenslangen Überzeugungen
 in 7 Schlagworten zusammen,
die er auch als Aufrufe an seine Mitmenschen sieht.
Das Resümee seiner 50-jährigen Erfahrungen
 als Seelsorger in Amazonien
und die Weichenstellungen des Papstes aus Buenos Aires
lassen sich erstaunlich gut in Einklang bringen und zeigen klar
die künftigen großen Aufgaben
von Kirche und Gläubigen gleichermaßen auf.   

Erwin Kräutler
 

Rot wie Blut die Blumen
Ein Bischof zwischen Tod und Leben

Erwin Kräutler kämpfte jahrzehntelang in Brasilien zusammen
 mit den Einheimischen für deren Rechte. Die Gegner sind skrupellose Politiker,
 Großgrundbesitzer und all jene, die auf Kosten der Armen nach Reichtum streben
und dabei nicht vor Gewalt zurückschrecken.
Erwin Kräutler erzählt in diesem Band von seiner engagierten,
aber auch gefährlichen und lebensbedrohlichen Arbeit
im Urwald von Brasilien.
EIN-BLICKE
     

Weitere Informationen

VERLAGSANSTALT TYROLIA Gesellschaft m.b.H.

TYROLIA VERLAG 

Mag. Monika Resler

Presse und Lizenzen

A-6020 Innsbruck, Exlgasse 20

T: +43 (0) 512 / 2233-2240, F: DW 2260

Samstag, 15. Juni 2019

Verstecktes Juwel moderner sakraler Architektur - die Kirche in Lasbeck

Maria Königin in Iserlohn-Lasbeck

Ganz am Rande Iserlohns verbirgt sich die Kirche Maria Königin auf einem kleinen Hügel. Schon ihre kubische Form ist auffällig. Es ist ein Betonskelettbau mit einem dreifachen schiefergedeckten Pyramidendach, an den Seiten Bruchstein-Mauern.
Die Kirche wurde 1964 unter der Leitung des Architekten Günter Schulte errichtet. Die farbigen Fenster - überwiegend in blau, grün und rot - hat die Künstlerin Irmgart Wessel-Zumloh (1907-1980) aus Iserlohn entworfen. Zusammen mit Ihrem Mann Wilhelm Wessel (1904-1971) gehört sie mit zu den Begründern der abstrakten Kunstrichtung des Informel.  Im hinteren Teil der Kirche leuchten durch schmale Betonpfosten hindurch die Glasbahnen des Mendener Bildhauers Wilhelm Hausmann (1906-1980). Durch die Abstraktion in den geometrischen Formen und die Farbkompostionen wird der Symbolcharakter christlichen Glaubens besonders hervorgehoben.
Details zu den Glasmalereien: hier (Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh.s)

Das Emaillekreuz über dem Altar ist eine Arbeit des der katholischen Kirche sehr verbundenen Goldschmieds, Bildhauers und Malers Egino Weinert (1920-2012).


Vgl.: Ulrich Barth / Elmar Hartmann / August Kracht:
Kunst- und Geschichtsdenkmäler im Märkischen Kreis.
Veröffenlichungen des Heimatbundes Märkischer Kreis.
Balve: Zimmermann 1983, S. 278-279


Den Betrachtern der Kirche fällt die große Stimmigkeit des Raumes auf. Sie ist von einer meditativen Schlichtheit geprägt, die es leicht macht, aus der Hektik des Alltags zur Besinnung zu kommen.
Maria Königin in Lasbeck ist keine auf Glanz ausgelegte Marienkirche. Sie zeigt vielmehr an, wie aus innerer Kraft heraus äußere Veränderungen im Sinne einer Friedensherrschaft sichtbar werden können.

In dieser Weise reiht sich die himmlische Maria als Patronin der Lasbecker Kirche auf besondere Art in die Jahrtausende alte religionsgeschichtliche Tradition der Himmelsköniginnen ein.

Blick vom Eingang mit Taufstein/Weihwasserbecken


Glasfenster Südseite (Irmgart Wessel-Zumloh)
mit drei Farbkompositionen
blau, grün, rot: Glaube, Hoffnung, Liebe


Marienaltar, Holzskulptur der Maria
von Wilhelm Winkelmann d.Ä.,
Günne am Möhnesee




Detail des Osterleuchters

Altar (aus Anröchter Sandstein) mit Tabernakel
Email-Kreuz von Egino Weinert:
Einzug Jesu in Jerusalem und 12 Apostel

Glasfenster der Westseite (Wilhelm Hausmann):
Symbolik des Osterlichts

Die drei Dachpyramiden: Zum Himmel weisende Trinitätssymbolik

CC