Sonntag, 15. September 2019

NEWS / NOUVELLES - BIBLIOTHEK / LIBRARY - PROJEKTE / PROJECTS (Overviews & Access)


Interreligiöses BLOG-Portal
Übersichten

1. AKTUELLES  - UP TO DATE  - D'ACTUALITÉ  - DE ACTUALIDAD

 >>> Nachrichten - News - nouvelles - novedades >>>
Religionen und Welt - Religions and World - Religions et Monde - Religiones y mundo

BÜCHER und MEDIEN
Zeche Zollern - Dortmund
Maschinenhalle = Kulturort


KALENDER, VERANSTALTUNGEN, SEMINARE
Andover Hall der Harvard Divinity School (wikipedia)


2.  InterReligiöse Bibliothek (IRB) 
InterReligious Library - Bibliothèque InterReligieuse - Biblioteca InterReligiosa
 

3.  Schwerpunkte - Foci - Thèmes Centrales
- Puntos Esenciales

InterReligiöse Bibliothek
 (IRB)
 >>>

    4.  (Inter)-Religiöse Einrichtungen
    und Projekte





    -------------------------------------------------
    Blogger (seit 2007): Reinhard Kirste
    --- Webseite bei Humanities Commons
    --- Webseite bei academia.edu
    --- Blog auf Wordpress
    Kontakt: interrel@t-online.de



    CC - Lizenzbedingungen:
    Creative Commons

    Johann Gerhard - lutherische Orthodoxie zwischen Dogmatik und Spiritualität (aktualisiert)

    Johann(es) Gerhard (geb. 17.10.1582 in Quedlinburg, gest. 17.08.1637 in Jena)  gehört zu den bedeutendsten nach-reformatorischen Theologen lutherischer Prägung. Noch nicht der Erstarrung  protestantischer Orthodoxie verfallen, ist er ein durchaus eigenständiger Denker. Er bedient sich zwar noch der Loci-Methode in seiner Hauptschrift, den Loci communes, zeigt sich schon eine gewisse analytische Kraft (vgl. die dann dominierende Analytische Methode).
    Darüberhinaus war er  stark am religiösen praktischen Leben interessiert. Die einzelnen Loci, also die jeweiligen Glaubensthemen,  enden darum auch immer mit einem Abschnitt zum Gebrauch: "de usu". In der Nachwirkung seines Lehrers Johann Arndt hat er auch Erbauungsliteratur verfasst. Besonders bekannt geworden sind seine "Meditationes sacrae" 

    In den theologischen Konflikten seiner Zeit hielt er sich polemisch weitgehend zurück und suchte stattdessen eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung. Das zeigt sich besonders in seiner kritischen Analyse der Werke des Jesuiten und Kardinals  Robert Bellarmin (1542-1621). Dieser war der Hauptverfechter der vom Tridentinum entwickelten Kirchenlehre.
    Führend war Johann Gerhard in der Abwehr der Lehre des lutherischen Theologen Hermann Rahtmann aus Danzig. Dieser trennte die Auslegung der Bibel von der Einwirkung des Heiligen Geistes: Vor dem Verstehen der biblischen Texte ist der direkte Empfang des Heiligen Geistes notwendig (Rahtmannscher Streit). 


    Die Auseinandersetzung mit Robert Bellarmin:


    Reinhard Kirste: 
     
        Lutherische Theologen der altprotestantischen Dogmatik
    mit Bezug zu Johann Gerhard

    • Martin CHEMNITZ (1522-1586)
    • Matthias FLACIUS, gen.Illiyricus (1520-1575)
    • Matthias HAFENREFFER, Matthias (1561-1619): Loci theologici,
      certa methodo ac ratione in tres libros tributi.
      Wittenberg: C. Berger und Z. Schürer für J. Schmidt 1607, 840 S., Indices,
      1 gefaltetes Textblatt: Antithesis Doctrinae Christianae & Calvinaenae



    • Ägidius HUNNIUS (1550-1603)
    • Leonhart HUTTER (1563-1616)
    • Matthäus JUDEX (1528-1564)
    • Balthasar MENTZER (1565-1627)
    • Johann WIGAND (1523-1587)
                                                                                     CC 

    Samstag, 14. September 2019

    Sessenheim im Elsass - ein kleiner Ort und eine große Liebe

    Goethe - Farbseriegraphie
    von Andy Warhol, 1982
    Der kleine elsässische Ort Sessenheim  ist durch die Liebesgeschichte des Straßburger Jurastudenten Johann Wolfgang Goethe mit der Pfarrerstochter Friederike Brion berühmt geworden. Ein Jahr dauerte die Romanze, von Oktober 1770 bis zum August 1771 - gemeinsame Ausflüge, Kahnfahrten, Spaziergänge. 
    Der Dichter hat seine Zeit in Straßburg und die Gemeinsamkeiten sowie die letzte Begegnung mit Friederike in Dichtung und Wahrheit beschrieben: Ein Abschied mit Tränen in ihren Augen und Übelkeit in seinem Magen. Mit einem schlechten Gewissen reiste der inzwischen promovierte Jurist ab.
    Das Ende der Beziehung teilte er recht unschön in einem Brief aus Frankfurt mit. 
    Friederike hat nie geheiratet.
    Vgl. Dichtung und Wahrheit, Kap. 2, Dritter Teil >>>


    Pfarrhaus von Sessenheim 1770
    (Rötelzeichnung Goethes) --- wikipedia

    Die Scheune des alten Pfarrhauses



















    Goethe hat den Abschied von Friederike so nachklingen lassen:

    Es schlug mein Herz; geschwind zu Pferde!
    Es war gethan fast eh’ gedacht;
    Der Abend wiegte schon die Erde
    Und an den Bergen hing die Nacht:

    5
    Schon stand im Nebelkleid die Eiche
    Ein aufgethürmter Riese da,
    Wo Finsterniß aus dem Gesträuche
    Mit hundert schwarzen Augen sah.

    Der Mond von einem Wolkenhügel
    Sah kläglich aus dem Duft hervor,
    Die Winde schwangen leise Flügel,
    Umsaus’ten schauerlich mein Ohr;
    Die Nacht schuf tausend Ungeheuer;
    Doch frisch und fröhlich war mein Muth:

    15
    In meinen Adern welches Feuer!
    In meinem Herzen welche Gluth!

    Dich sah ich, und die milde Freude
    Floß von dem süßen Blick auf mich;
    Ganz war mein Herz an deiner Seite

    20
    Und jeder Athemzug für dich.
    Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
    Umgab das liebliche Gesicht,
    Und Zärtlichkeit für mich – Ihr Götter!
    Ich hofft’ es, ich verdient’ es nicht!


    25
    Doch ach schon mit der Morgensonne
    Verengt der Abschied mir das Herz:
    In deinen Küssen, welche Wonne!
    In deinem Auge, welcher Schmerz!
    Ich ging, du standst und sahst zur Erden,

    30
    Und sahst mir nach mit nassem Blick:
    Und doch, welch Glück geliebt zu werden!
    Und lieben, Götter, welch ein Glück!
                                                                                                   (Gedichtfassung von 1827)

    Weiteres in: Das Elsass und Goethe (Deutsche Welle, 15.08.2017) >>>

    Gedichte, die Goethe wahrscheinlich in Sessenheim geschrieben hat.

    Zahlreiche private Sammlerstücke als Zeitzeugen dieser intensiven Liaison motivierten 1890 Wilhelm Gillig zur Gründung eines privaten Goethe-Museums.
    Viele Originalschriften wie Gedichte, Briefe aus jener Zeit, Bilder und Stiche, eine umfangreiche Bibliothek mit Goethe-Büchern sowie Kanzel, Kreuz und Wetterhahn der alten Sessenheimer Kirche gehören zu den ausgestellten Exponaten. Die damaligen Kirchenbänke finden übrigens heute Verwendung im Restaurant gegenüber der Kirche.



    Die ev. Kirche von Sessenheim

    Inneres der Kirche:
    Goethe war hier im Sonntagsgottesdienst.

    In Sessenheim (von Goethe immer Sesenheim genannt) scheint sich seit damals nicht viel verändert zu haben; aber die Besucher finden viele Orientierungshinweise, um so den Spuren der beiden Liebenden stimmungsvoll nachzugehen. 


    Goethe-Memorial neben dem ehemaligen Pfarrhaus


    Nachsinnen im Inneren der Goethe-Gedenkstätte - L'Éveil du Génie - das Erwachen des Genies

    CC

    ----- Nachrichten und Nachdenkenswertes ----- September 2019 (mit Archiv der älteren Nachrichten)



    September 2019

    14.09.  Sessenheim im Elsass - ein kleiner Ort und eine große Liebe
                 (Dialog der Religionen)

    14.09.  Die Rückkehr des Islamologen Tariq Ramadan führt zur Verägerung
                 in den islamischen Milieus auf Grund seiner außerehelichen Beziehungen
                 und der Vergewaltigungsvorwürfe
                 --- Le retour de Tariq Ramadan fâche dans les milieux musulmans
                       (Libération, 13.09.2019)
                 --- Tariq Ramadan als Opfer? "Ich bin Dreyfus"
                       (FAZ online, 07.09.2019)

    13.09.  Voltaire -  François-Marie Arouet (1694-1778):
                 Aufklärung als Weg zur Menschlichkeit (Dialog der Religionen)

    12.09.  Sicherungsarbeiten und Baufortschritte
                an der Kathedrale Notre Dame von Paris
     (mit Fotos)
                (Newsletter Fondation du Patrimoine, September 2019)

    11.09.  Kulturhauptstädte Europas 2020 (Dialog der Religionen)
    11.09.  Goethe und die Begegnung mit dem Orient: 200 Jahre West-östlicher Divan

    1819 - 2019: Divan-Erstausgabe  1819 (idw-Nachrichten):
    Poetische Perlen aus dem ungeheuren Stoff des Orients >>>
    09.09.   Vorblick auf die Frankfurter Buchmesse vom 16.-20.10.2019
                  (Pressemitteilung Buchmesse)
    06.09.   Multireligiosität und Weltmusik - Renaissance - Barock - Aufklärung
                 (Dialog der Religionen)

    06.09.   Das Projekt "Stoning Roll" - den Frieden ins Rollen bringen
                  (Dialog-Journal)

    04.09.   Entdeckung eines Mosaiks, 2. Jh. n.Chr.
                 Anspielung auf die Speisung der 5000 -
                 Brotwunder mit den Fischen? 
                                    
    MOSAICO hallado en Galilea abre debate sobre milagro
                                            de los panes y los peces
    ---
    EFE España, 04.09.2019 

    02.09.   UEDA Shizuteru - Vermittler ost-westlicher Denkkonzepte
                 (Dialog der Religionen)


    01.09.    CPNN-Culture of Peace News Network, Bulletin, September 2019:
                  Das Land Kanaan, Kasachstan, Afghanistan, Kolumbien, Afrika
    01.09.   Multireligiosität und Weltmusik: Renaissance - Barock - Aufklärung
                 (Dialog der Religionen)

    01.09.     Beunruhigende Erinnerung: 1. September 1939            
                    - Überfall auf Polen 
    - Beginn des 2. Weltkriegs
                    (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württember)                                         ZDF Fernsehgottesdienst zum Weltfriedenstag am 01. September 
                                     aus der Friedenskirche, Frankfurt/Oder (MOZ.de, 26.08.2019)

    Friedenskirche in Frankfurt/Oder (wikipedia)
                     


    Interkulturelle und interreligiöse Lernorte in Frankreich

    Kathedrale in Reims: Südwestliches Seitenportal



    La riche histoire culturelle de la France et les multiples expressions de sa modernité offrent de nombreuses opportunités pour faire des expériences interculturelles et interreligieuses: villes, places, églises, temples, mosquées, synagogues et musées invitent à des rencontres «originales».








    Die reiche Kulturgeschichte Frankreichs und die vielfältigen Ausdrucksformen seiner Moderne bieten zahlreiche Möglichkeiten des interkulturellen und interreligiösen Lernens: Städte, Plätze, Kirchen, Tempel, Moscheen, Synagogen und Museen laden ein zu "originalen" Begegegnungen.

    Aufsuchen der LERNORTE (Ortseingabe, ggf. mit Straßenname)

      ORTE / Lieux von A-Z


      PARIS


       CC