Freitag, 15. April 2022

Christentum des Ostens - Orthodoxe und orientalische Kirchen - Christenverfolgungen (aktualisiert)

Orthodoxes Kreuz mit Christusbildnis
Der christliche Glaube 
entwickelte sich 

insbesondere durch die
Missionsarbeit
des Apostels Paulus
und seiner Nachfolger
um 
weltgeschichtlichen
Wendepunkt
mit einer neuen Zeitrechnung
(seit dem 4. Jh.). 

Zur christlichen Mission 
>>>
>>> vgl. ZDF-Mediathek, 
        05.06.2014
 >>>


Die faktische Sprachgrenze im Römischen Imperium (griechischer Osten / lateinischer Westen) und dogmatische Konflikte führten zu Konflikten und Schismen. 
Sie entzündeten sich besonders zur göttlichen  Stellung Jesu (Christologie) und zur Hypostasenlehre der Trinität . 

So lebten sich Ost- und Westkirchen immer stärker auseinander. 
Hinzu kam ein Streit um die Festlegung des Ostertermins. 

Er wuchs sich zu einem “clash” um die Bilderverehrung und Ritenfragen 
aus, z.B. als Byzantinscher oder Altslawischer Ritus.

Die  
Ikonostase ist eine Besonderheit im orthodoxen Gotteshaus: 

Ikonen sind wie Fenster zum Göttlichen

Ikonostase der Griechisch-Orthodoxen Kirche Dortmund

Innerhalb des vielfältigen östlichen Christentums entstanden die oströmische Reichskirche (byzantinische Kirche) sowie stärker ethnisch orientierte Kirchen.
Vgl.: Ausstellung 2012 auf der Schallaburg  bei Melk (Österreich): 
Das Goldene Byzanz

Die bekanntesten orthodoxen Kirchen sind – verbunden mit den Patriarchaten von Jerusalem (griechisch-orthodox und lateinisch), Antiochien, Alexandrien (griechisch-orthodox -- koptisch-orthodox -- koptisch-katholisch) bzw. Konstantinopel (Ökumenisches Patriarchat).

Ausführliche Darstellung: Eastern Orthodox Church (wikipedia.en)

Insgesamt entstanden drei Hauptrichtungen der orthodoxen Kirche:

Stavronikita-Kloster auf der Klosterinsel: Berg Athos (Mount Athos - wikipedia.en)


Vladimir Lossky: Essai sur la mystique de l'Église d'Orient (Aubier 1944)
Download PDF >>> Neu aufgelegt - : Paris: Cerf 2006, 266 pp.



Orientalische Kirchen
Kretisches Kreuz mit Paradies-Engel
Ein Teil der orientalischen Kirchen des Nahen und Mittleren Ostens wurde wegen abweichender Lehrmeinungen (wiederum die Stellung Jesu und die Trinität betreffend) aus den orthodoxen Kirchen ausgeschlossen und überlebte z.T. bis heute in den islamisch beherrschten Ländern.

Die Vielfalt
und Unterschiedlichkeit
der orientalischen Christen
zeigt sich z.B. an den 
Nestorianern und
den zu ihnen gehörenden

Aramäern / Assyrern
(=  z.T. Syrisch-Orthodoxe).

Im weitesten Sinne bezeichnet man mit den Assyrern diejenigen, die das Aramäische als liturgische Sprache benutzen:
(Maxim Edwards in Open Democracy, 17.04.2015)

Sehr bekannte (alt-)orientalische Kirchen sind ebenfalls die
Koptische Kirche in Ägypten und Äthiopien:

  • Band 2: Erstes Buch: Neue Texte -- Erstes Kapitel: Die Paraphrase des Seem / Krause, Martin -- Zweites Kapitel: Der zweite Logos des Großen Seth / Krause, Martin -- Drittes Kapitel: Die Petrusapokalypse / Krause, Martin / Girgis, Viktor -- Viertes Kapitel: Die drei Stelen des Seth / Krause, Martin / Girgis, Viktor -- Zweites Buch: Arabien und Nachbargebiete -- Fünftes Kapitel: Petra und Palmyra -- Sechstes Kapitel: Taima' nach Nabunid -- Siebentes Kapitel: Gnostische Ethik und die Anfänge der Mandäer / Macuch, Rudolf -- Drittes Buch: Ägypten -- Achtes Kapitel: Zu einer "revidierten" Lesung des aram. Papyrus Berol. 23000 / Shunnar, Zuhair -- Neuntes Kapitel: Alexandria, die christusliebende Stadt / Irmscher, Johannes -- Zehntes Kapitel: Babylon 1 Petr. 5, 13 -- Viertes Buch: Nubien und Nachbargebiete -- Elftes Kapitel: Weitere Inschriften aus Faras -- Zwölftes Kapitel: Das christliche Nubien in neuem Licht -- Dreizehntes Kapitel: Christliche Garamanten und Blemyer -- Fünftes Buch: Äthiopien -- Vierzehntes Kapitel: Ein unbeachtetes Bruchstück Dionysios von Tellmahre -- Fünfzehntes Kapitel: Phantasiasten und Gaianiten -- Anhang: Retractationes. Mit einem Beitrag Heinz Pohl's -- Abbildungsteil -- Register
    Weitere Infos bei Amazon mit Leseprobe >>>

Ferdinand Wüstenfeld (Hg.): Al-Maqrizi 1364-1442.
 
Macrizi's Geschichte der Kopten. 
Göttingen: Dieterichsche Buchhandlung 1845
Arabischer Text und deutsche Übersetzung in Auswahl >>> 
Neudruck Olms/Hildesheim 1979 (Al-Maqrizi
1364-1442)



Le Monde Copte (Site officiel)
Collection (Abstracts) 
ab no. 01/1977
N°35. Un fleuve d’eau vive. Trilogie sur l’entrée du Christ en Egypte.
Tome 2,  Les Sites. (2017) 416 pp. 
Ce deuxième tome se propose, à partir de l’ensemble des traditions écrites  et orales, de suivre le parcours de la Sainte famille  en visitant un à un les lieux qui lui sont associés; sur place, les vestiges archéologiques et les rencontres ...

Die Besonderheiten koptischer Sprache und Schrift:

--- Walter C. Till: Koptische Dialektgrammatik
     München: C.H. Beck 1961, 2. Aufl., 157 S. - Download (PDF) >>> 
--- Walter C. Till: Koptische Grammatik (Saidischer Dialekt)
     
Leipzig: VEB Enzyklopädie 1986, 6. Aufl., 364 S.
--- Tito Orlandi: Elementi di lingua e letteratura copta: corso di lezioni universitarie
      Milano: La Golliardica 1970, IV, 161 pp., index 



Erzengel-Michael-Kathedrale Assuan (wikipedia)
Bedeutend ist in der Kaukasus-Region und in Kleinasien ist die 

Jvari Kloster, in der Nähe von Mtskheta, eines der ältesten Klöster Georgiens (6. Jh.)
(Georgian Orthodox Church, Wikipdia.en) --- 
The Friends of Mount Athos (Homepage)

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In Kaukasus-Region spielt eine ebenso wichtige Rolle:
Armenien und die Die Armenisch-Apostolische Kirche:
Geschichte und Gestalt

Armenians Fight to Hold Ancient Homeland Within Azerbaijan
Is the Nagorno-Karabakh conflict a Christian-Muslim clash, or simply politics?
Die Armenier kämpfen um ihre alte Heimat in Aserbaidschan
Ist der Berg-Karabach-Konflikt ein christlich-muslimischer Konflikt oder einfach nur Politik? - Jayson Casper,  CT, Christianity Today, 06.10.2020

Das armenische Kloster in Gandzasar - 

vom Herrscherhaus der
 Khachen in Auftrag gegeben 

und 1238 eingeweiht (wikipedia.en: Nagorno Karabakh)


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Es ist festzuhalten, dass seit dem 8. Jahrhundert das Verhältnis der christlichen Minderheit zur islamischen Mehrheit nie ungetrübt war, aber dass man gelernt hatte, miteinander auszukommen. Durch die gewaltsamen islamistischen Bewegungen ändert sich diese Situation mehr und mehr zuungunsten der Christen im Nahen und Mittleren Osten.
Zugleich treten die Türkei und traditionell Russland als die entscheidenden "Player" in dieser Region in Erscheinung.

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Weitere geschichtliche Informationen 
zum orientalischen Christentum

Christentum weltweit (westliches und östliches Christentum)
- Überblick und Materialzusammenstellung

Christliche Minderheiten - Unterdrückung und Verfolgung
 - Fokus: Nordafrika, Nahost und Mittelost



Michel Quenot: Les glorieux combattants. 
Bialystok (Pologne): Orthdruk  2015, 229 pp., illustr.







Das Christentums stieg von einer Minderheit im Römischen Reich zur politischen Kraft auf. Als offizielle Staatsreligion seit dem 4. Jahrhundert wurde auch der Typ des christlichen Soldaten zum Vorbild, so dass eine Reihe dieser Kämpfer heilig gesprochen wurden. Man denke nur an St. Longin am Fuß des Kreuzes, den Hl. Martin von Tours im Westen oder den Hl. Georg im Osten.
Ihr exemplarisches Leben - spirituell und militärisch - führte zu ihrer Kanonisierung
durch die kirchlichen Autoritäten.
Die Kreuzzüge und Glaubenskriege
 dieser "bewaffneten Heiligen" nötigen zu der entscheidenden bis heute aktuellen Frage:  Wie lässt sich - wenn überhaupt -
die Notwendigkeit des Krieges mit der ursprünglich evangelischen Forderung nach Frieden verbinden? 


Ausführliche Rezension (französisch)
in "Orthodoxie.com" vom 22.11.2015: hier


CC














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