Sonntag, 15. März 2020

Christentum des Ostens - Orthodoxe und orientalische Kirchen - Christenverfolgungen (aktualisiert)

Orthodoxes Kreuz mit Christusbildnis
Der christliche Glaube entwickelte sich 
insbesondere durch die Missionsarbeit des Apostels Paulus und seiner Nachfolger  zum weltgeschichtlichen Wendepunkt mit einer neuen Zeitrechnung (seit dem 4. Jh.). 
Zur christlichen Mission, 
vgl. ZDF-Mediathek vom 05.06.2014: hier
Die faktische Sprachgrenze im Römischen Imperium (griechischer Osten / lateinischer Westen) und dogmatische Konflikte führten zu Konflikten und Schismen. Sie entzündeten sich besonders zur göttlichen  Stellung Jesu (Christologie) und zur Hypostasenlehre der Trinität . So lebten sich Ost- und Westkirchen immer stärker auseinander. 
Hinzu kam ein Streit um die Festlegung des Ostertermins. Er wuchs sich zu einem “clash” um die Bilderverehrung und Ritenfragen 
aus, z.B. als Byzantinscher oder
Altslawischer Ritus.


Die  
Ikonostase ist eine Besonderheit im orthodoxen Gotteshaus: 

Ikonen sind wie Fenster zum Göttlichen


Ikonostase der Griechisch-Orthodoxen Kirche Dortmund

Innerhalb des vielfältigen östlichen Christentums entstanden die oströmische Reichskirche (byzantinische Kirche) sowie stärker ethnisch orientierte Kirchen.
Die bekanntesten orthodoxen Kirchen sind – verbunden mit den Patriarchaten von Jerusalem (griechisch-orthodox und lateinisch), Antiochien, Alexandrien (griechisch-orthodox -- koptisch-orthodox -- koptisch-katholisch) bzw. Konstantinopel (Ökumenisches Patriarchat).
Insgesamt entstanden drei Hauptrichtungen der orthodoxen Kirche:

Stavronikita-Kloster auf der Klosterinsel: Berg Athos (Mount Athos - wikipedia.en)

Mehr zum östlichen Christentum: hier

Orientalische Kirchen
Kretisches Kreuz mit Paradies-Engel
Ein Teil der orientalischen Kirchen des Nahen und Mittleren Ostens wurde wegen abweichender Lehrmeinungen (wiederum die Stellung Jesu und die Trinität betreffend) aus den orthodoxen Kirchen ausgeschlossen und überlebte z.T. bis heute in den islamisch beherrschten Ländern.

Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit
der orientalischen Christen zeigt sich z.B. an den 
Nestorianern und den zu ihnen gehörenden
Aramäern / Assyrern
(=  z.T. Syrisch-Orthodoxe).

Im weitesten Sinne bezeichnet man mit den Assyrern diejenigen, die das Aramäische als liturgische Sprache benutzen:
(Maxim Edwards in Open Democracy, 17.04.2015)
  • Christentum in China (7./8. Jahrhundert):
    Die Nestorianer-Stele von Xi'an und die Jesus-Sutren 
  • Gabriele Yonan: Assyrer heute. Kultur, Sprache, Nationalbewegung der aramäisch sprechenden Christen
    im Nahen Osten.
     
    Verfolgung und Exil. Hamburg-Wien: Reihe Pogrom 1978
Sehr bekannte (alt-)orientalische Kirchen sind ebenfalls:
Bedeutend ist in der Kaukasus-Region und in Kleinasien ist die 

Jvari Kloster, in der Nähe von Mtskheta, eines der ältesten Klöster Georgiens (6. Jh.)
(Georgian Orthodox Church, Wikipdia.en) --- 
The Friends of Mount Athos (Homepage)
-----------------------------------------------------------

In derselben Region spielt eine ebenso wichtige Rolle:
Armenien und die Die Armenisch-Apostolische Kirche: Geschichte und Gestalt


 --------------------------------------------------------

Es ist festzuhalten, dass seit dem 8. Jahrhundert das Verhältnis der christlichen Minderheit zur islamischen Mehrheit nie ungetrübt war, aber dass man gelernt hatte, miteinander auszukommen. Durch die gewaltsamen islamistischen Bewegungen ändert sich diese Situation mehr und mehr zuungunsten der Christen im Nahen und Mittleren Osten.

Weitere geschichtliche Informationen
Christentum weltweit (westliches und östliches Christentum)
- Überblick und Materialzusammenstellung


Ausstellung 2012 auf der Schallaburg  bei Melk (Österreich):
Das Goldene Byzanz


Christenverfolgungen



Michel Quenot: Les glorieux combattants. 

Bialystok (Pologne): Orthdruk  2015, 229 pp., illustr.







Das Christentums stieg von einer Minderheit im Römischen Reich zur politischen Kraft auf. Als offizielle Staatsreligion seit dem 4. Jahrhundert wurde auch der Typ des christlichen Soldaten zum Vorbild, so dass eine Reihe dieser Kämpfer heilig gesprochen wurden. Man denke nur an St. Longin am Fuß des Kreuzes, den Hl. Martin von Tours im Westen oder den Hl. Georg im Osten.
Ihr exemplarisches Leben - spirituell und militärisch - führte zu ihrer Kanonisierung
durch die kirchlichen Autoritäten.
Die Kreuzzüge und Glaubenskriege
 dieser "bewaffneten Heiligen" nötigen zu der entscheidenden bis heute aktuellen Frage:  Wie lässt sich - wenn überhaupt -
die Notwendigkeit des Krieges mit der ursprünglich evangelischen Forderung nach Frieden verbinden? 

Ausführliche Rezension (französisch)
in "Orthodoxie.com" vom 22.11.2015: hier


CC














Keine Kommentare: