Samstag, 5. Januar 2019

Scy-Chazelles: Wegstation zu einem freundschaftlichen Europa

Blick vom Schuman-Haus auf die Kirche St. Quentin

Scy-Chazelles, der kleine lothringische Doppelort - Chazelles am Berg gelegen und verbunden mit Scy, direkt an der Mosel - bewahrt eine besondere Erinnerung: den Aufbruch in ein friedliches Europa. Denn hier lebte seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts Robert Schuman (1886-1963). In der alten Wehrkirche gegenüber seinem Haus wurde er begraben. Er gehört zu den wichtigsten Protagonisten für ein freiheitliches gemeinsames Europa, in dem die alten Feindschaften nicht mehr gelten, sondern zu Freundschaften geworden sind. 
Sein Leben als katholischer Christ und Politiker war geprägt von diesem Willen nach mehr Verständigung. 
Sein Wohnhaus ist heute Museum. Zusammen mit der Kirche ist hier ein Lernort für ein Europa des Miteinander entstanden.
 

Kurzer Überblick zum Leben Robert Schumans

Bild von Robert Schuman auf seiner Grabplatte
in der Kirche St. Quentin
Geboren 29.06.1886 in Clausen, Luxemburg, damals zum Deutschen Reich gehörend,
1904-1910 Jurastudium in Bonn, München und Berlin, 
Promotion zum
Dr. jur. in Straßburg. 

1912 Eröffnung einer Anwaltskanzlei in Metz
1913 Organisationsleiter des
60. Deutschen Katholikentages in Metz.

ab 1914 Kriegsdienst im deutschen Heer
als Ersatzreservist.

1918 Elsass-Lothringen wird französisch, und Schuman nimmt die französische Staatsbürgerschaft an.
Seit 1919 engagiert er sich intensiv politisch mit dem Ziel größerer Eigenständigkeit für Elsass-Lothringen innerhalb Frankreichs.

1940 Eintritt in die Vichy-Regierung als Unterstaatssekretär für Flüchtlingsfragen.


Gedenktafel am Haus der Verhaftung
 Robert Schumans in Metz
1940 - Verhaftung durch die Gestapo in Metz und Gefängnis, anschließend Haft in Neustadt/Pfalz. 
1942 - Es gelingt ihm die Flucht nach Frankreich. Er schließt sich der Résistance an, zugleich Austritt aus der Vichy-Regierung wegen ihrer Nähe zum Nazi-Regime.
1948-1958 Schumann bekleidet mehrere Ministerposten und war
anfangs sogar Minister-präsident Frankreichs.

Seit 1950 betreibt er die konkrete Annäherung an Deutschland.
1951 Vorstellung  des "Schuman-Plans" 
und 1951 Gründung der  Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) = Montanunion. 1955/56 - Schuman wird zum Präsidenten der 
Europäischen Bewegung
 gewählt.

1958  erhält er den Karlspreis der Stadt Aachen für seine
europäischen Verdienste als "Vater Europas".

1958-1960 = Präsident des Europäischen Parlaments in Straßburg.
N
ach seinem Ausscheiden wird er dessen Ehrenpräsident.
1963 - Nach einem Schlaganfall stirbt er am 4. September in Chazelles bei Metz.





Alcide De Gasperi, Robert Schuman, Jean Monnet, Konrad Adenauer



Die Fahnen der Länder im Europa-Rat





















Die Europa-Fahne in der Kirche St. Quentin




CC
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