Donnerstag, 18. April 2019

IRB: Bücher und Zeitschriften - Interreligiöser Dialog - interreligiöses Lernen (aktualisiert)





Interreligiös orientierte Zeitschriften

 CC



Mittwoch, 17. April 2019

Frère Roger - Taizé: Wegstation der Versöhnung (aktualisiert)

Die romanische (katholische) Dorfkirche in Taizé  -
bis zum Bau der einfachen Versöhnungskirche (1962)
Ort der Tagzeiten-Gebete
Der aus Genf stammende reformierte Pfarrer Roger Schutz (12.05.1915 bis 16.08.2005) hatte schon in der Schweiz begonnen, mit einigen anderen ein kommunitäres Leben zu führen. Auf Grund seiner Verwandtschaftsbeziehungen kam er in der Zeit des 2. Weltkrieges in das kleine burgundische Dorf Taizé. Es lag an der Demarkationslinie zwischen dem von Nazi-Deutschland besetzten Teil Frankreichs und dem noch nicht besetzten sog. Vichy-Frankreich. Dort kaufte er ein Haus, wo er Kriegsflüchtlinge und Juden aufnahm, bis die Wehrmacht auch den sog. freien Teil Frankreich okkupierte. Zu dieser Zeit befand er sich gerade in der Schweiz. Im Spätherbst 1944 - nach der Befreiung Frankreichs - kehrte er mit einigen Brüdern nach Taizé zurück.  Diese evangelischen Christen begannen 1949 ein konsequentes klösterliches Leben. 

Nachdem schon die ersten katholischen Brüder in der Gemeinschaft mitgelebt hatten, legte Ostern 1969 ein junger belgischer Arzt als erster Katholik sein Gelübde ab. François Kardinal Marty, der damalige Erzbischof von Paris, gab dazu sein Einverständnis. Damit wurde die Communauté de Taizé „die erste ökumenische Brüdergemeinschaft der Kirchengeschichte“. 2017 zählten etwa 100 Brüder zur Communauté. Die Brüder sind Katholiken oder Mitglieder verschiedener evangelischer Kirchen. Sie stammen aus über fünfundzwanzig Ländern. Durch ihr Dasein selbst ist die Communauté ein konkretes Zeichen der Versöhnung unter gespaltenen Christen und getrennten Völkern." (Wikipedia)

Besonders bekannt wurde Taizé durch die immer größer werdenden Jugendbegegnungen, besonders an Ostern und schließlich durch die von Frére Roger ins Leben gerufenen jährlichen Europäischen Jugendtreffen jeweils in einer anderen Stadt Europas. 





Frère Roger Sabine Laplane: Frère Roger. Die Biographie. Freiburg u.a.: Herder 2018
Inhaltsverzeichnis mit Leseprobe: hier
Worte von Frère Roger

Glockenturm

Anbau der Versöhnungskirche


Altarraum mit den Ikonen


Die Stille hören ...

Altarraum der Krypta

Jugendtreffen

Gäste-Vorbereitungen

Worte von Frère Roger

CC



Laotse und der Daoismus / Taoismus - chinesische Religion und Philosophie (aktualisiert)

Yin und Yang,
Grundsymbol der Ganzheit
Die Ursprünge des Taoismus/Daoismus liegen im Dunkel. Als chinesische Philosophie und religiöse Tradition wird er mit Laotse/Laozi und dem
Tao Te King /
Dao De Dsching 

im Zusammenhang gesehen. Laotse könnte ein älterer Zeitgenosse von Konfuzius gewesen sein, also im 6. Jh. v. Chr. gelebt haben. 

Der Taoismus gehört neben dem Buddhismus und dem Konfuzianismus zu den drei großen Weisheitslehren Chinas.

Die Lehre des Tao ist von der Sinnfrage und der Gelassenheit auf dem Lebensweg geprägt. Nur so wird Vollendung erreicht. 

Tao erzeugt Eins,
Eins erzeugt Zwei
Drei erzeugt alle Wesen.
Alle Wesen tragen das ruhende Yin
und umfassen das bewegende Yang.
Der vermittelnde Lebensodem
bewirkt harmonische Vereinigung.
Lao-Tse - Tao Tê King. 
Aus dem Chinesischen  von Victor von Strauss, 
bearbeitet W.Y. Tonn. Zürich: Manesse 1959, S. 114

V. Grigorieff:
Les philosophies orientales.

L'Inde et la Chine.
Paris: Eyrolles 2005, S. 165
Orientierung
Das Tao Te King (Dau De Dsching)
Hg.: Oliver Aumann
Freiburg: Alber (Herder) 2018, 160 S.

I Ging (I Dsching)
- Ds Buch der Wandlungen





Laotse und Jesus
  • Martin Aronson (Hg.): Jesus und Lao-Tse.
    Eine Botschaft, zwei Stimmen.
    Parallele Aussagen der zwei großen Weisheitslehrer der Menschheit.
    Mit einer Einführung von David Steindl-Rast.
    Aus dem Englischen von Jörg Wichmann.
    München: Kösel 2002, 256 S.
  • Joseph A. Loya, OSA / Wan-Li Ho / Chang-Shin Jih:
    The Tao of Jesus. An Experiment in Inter-Traditional Understanding.
    New York / Mahwah, NJ: Paulist 1998, 185 pp.


Literaturempfehlungen
  • Joseph A. ADLER. Chinesische Religionen (Rezension).
    Freiburg u.a.: Herder spektrum 5863, 2007
  • Julia CHING: Chinese Religions. Maryknoll, NY: Orbis 1993
  • Chang CHUNG-YUAN: Tao, Zen und schöpferische Kraft.
    DG 30. München: Diederichs 1990, 6. Aufl. 
  • Shaoping GAN: Die chinesische Philosophie.
    Die wichtigsten Philosophen, Werke, Schulen und Begriffe.
    Darmstadt: WBG 1997
  • Luis (Aloisisus) GUTHEINZ: China im Wandel:
    Das chinesische Denken im Umbruch seit dem 19. Jahrhundert,  München: Kindt 1985
  • Luis Gutheinz:  China im Aufbruch. Kultur und Religionen Chinas und das Christentum.
    Theologie interkulturell,
    Band 10, Frankfurt a.M.: IKO 2001
  • Luis Gutheinz:  Chinesische Theologie im Werden:
    Ein Blick in die Werkstatt der christlich-chinesischen Theologie.
    Theologie interkulturell, Band 22. Ostfildern: Grünewald 2012.
    Inhaltsverzeichnis und Einleitung: hier
  • Toshihiko Itzutsu: Sufismus und Taoismus.
    Ibn Arabi, Laotse und Zhuangzi im Vergleich.
  • James MILLER: Daoism. A Short Introduction. Oxford (UK): OneWorld 2005, 2. Aufl.
  • Joseph PETULLA: The Tao Te Ching and the Christian Way.
    A New English Version. Maryknoll, NY: Orbis 1999
     
  • Astrid Zimmermann / Andreas Gruschke: Als das Weltenei zerbrach.
    Mythen und Legenden Chinas. Diedrichs Gelbe Reihe.
    Kreuzlingen / München: Hugendubel 2008
 

Sonntag, 14. April 2019

Die Templer-Komturei in Coulommiers (Brie)


Coulommiers: Komturhaus, St. Annen-Kapelle und Taubenhaus
Die Komturei (Kommende, Commanderie) Coulommiers in der Champagne - westlich von Meaux - wurde wie viele der Templer-Niederlassungen in der Kreuzfahrerzeit des 12./13. Jahrhunderts gegründet, und zwar zwischen 1172 und 1173 auf einem von Henri, dem Pfalzgrafen von Troyes in der Champagne, gestifteten Land. Die Komtureien bildeten ein  ökonomisch-spirituelles Netzwerk mit den ritterlichen Aufgaben, Menschen auf ihren Wegen zu schützen, und zwar im Heiligen Land wie in Europa. Das Anwesen Coulommiers ist vollständig erhalten und gibt damit einen authentischen Eindruck einer Templer-Kommende wieder: Haus des Vorstehers (Komtur), Kapelle, Ställe, landwirtschaftliche Gebäude und Gärten. 
Wie viele Templer-Komtureien wurde Erhalt und Ausbau überwiegend durch die umgebende Landwirtschaft und entsprechende Handelstätigkeiten gesichert. So gab es auch in der nahe gelegenen Stadt Provins einen Landwirtschaftsbetrieb. In Folge des Inquisitionsprozesses gegen die Templer und ihre Auslöschung durch das Konzil von Vienne im Jahre 1312 wurde Coulommiers an die Johanniter übertragen. Die Ordenseinrichtung bestand bis zur Französischen Revolution. Die Komturei wurde zum nationalen Eigentum  erklärt und an einen Landwirt verkauft. Die Kapelle diente als Scheune
Während der Französischen Revolution wurde das gesamte Anwesen zum nationalen Eigentum erklärt und an einen Landwirt verkauft. Die Kapelle wurde entweiht und in eine Stroh- und Heuscheune verwandelt. Der Ort wurde nun als Hof des Hospitals bezeichnet (zur Erinnerung an die früheren Besitzer, den Hospitalorden der Johanniter). Schließlich kaufte die Stadt Coulommiers das vom Abriss bedrohte Anwesen. Nur durch das Engagement eines örtlichen Vereins wurde die Komturei in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch weitere Unterstützer in Verbindung mit  "Les Amis du Musée du Papier" gerettet und weitgehend wieder hergestellt. Sie ist damit zu einem weiteren Zeugnis der reichhaltigen kulturellen Geschichte der Champagne geworden.


Eine "Zweigstelle" des Ordens war übrigens die nahe gelegene "Grange Bibartaut", also ein landwirtschaftliches Anwesen, das zu einer eigenen Komturei erhoben wurde.
In ihrer Struktur erinnert die Komturei Coulommiers sehr an diejenige in Wettin-Mücheln bei Halle/SaaleMehr zur Komturei Mücheln: hier

Die Stadt Coulommiers mit der Komturei oben rechts
Kupferstich um 1600
Komturei-Rückseite: St. Annen-Kapelle, Komturhaus
Gesamtanlage: Landwirtschaftsgebäude vorn, dahinter Komturhaus und St. Annenkapelle, mittelalterlicher Garten (rechts) --- Foto: Office du Tourisme Coulommiers

St. Annen-Kapelle mit kleiner Ausstellung zur
Geschichte der Templer

Tempelritter zu Pferde. Fresko an der Ostseite der Kapelle


Kapitelsaal der Komturei


CC


Sonntag, 7. April 2019

Mystische Sprache in den Religionen (aktualisiert)

Ursprünglich Zusammenstellung für ein Seminar unter diesem Titel an der TU Dortmund (WiSe  2012/2013). 
Die Bilder und Sprachformen der Mystik sind ungewöhnlich und dennoch faszinierend. Denn die Versenkung nach Innen gewinnt oft erstaunliche sprachliche Kraft nach Außen, und zwar als:
  • Verinnerlichung verbunden mit literarischer Öffentlichkeitswirkung
  • Kontemplation und Widerstand
  • Korrelation von Gebet und Arbeit
  • Verbindung von Schweigen und gesellschaftlichem Protest.

Seminarstruktur, Meditationstexte, Literaturzusammenstellung 

I.  Material
 II. Themenfolge des Seminars mit den Internetzugängen

1. Einführung: Mystische Sprache und interreligiöse Konvergenz
--- Hinführung: Bilder und Gedanken
--- Weltpoesie als Weltversöhnung - Gleichwertigkeit der Religionen 
--- Protokoll vom 09.10.12


2. Die Spannung zwischen Mythos, Mystik und Dogmatik
--- Hildegard von Bingen als Kirchenlehrerin 
--- Heinrich Seuse und Hildegard von Bingen:
    ICT 15: Auf dem Weg zur Achtsamkeit: S. 76-77.68-70


3. Mystik des Mittelalters (Fortsetzung)
 Wäre das Wort „Danke“ das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen
                                                                      Meister Eckhart (um 1260-1328)
--- Hildegard von Bingen: ICT 15, S. 68-70

--- Der Kreis als Gottessymbol bei Hildegard 
--- Hildegard von Bingen: Auszüge mit Bildern aus "Scivias"
--- Hildegard von Bingen: Werk, Bedeutung und Zeittafel
--- Die Beginen-Bewegung des Mittelalters 

4. Meister Eckhart und die rheinische Mystik
In uns ist die Seele des Ganzen,
das weise Schweigen,
die unverselle Schönheit,
das Ewige.
                 Ralph Waldo Emerson (1803-1882), amerikanischer Schriftsteller und Philosoph
--- Meister Eckhart: ICT 15, S. 73-76 
--- Meister Eckhart und seine Zeit: Zeittafel, Informationen, Fotos (H. Walther)


5. Sufismus und die Religion der Liebe
 Nur die Hand, die ausradieren kann, kann das Wahre schreiben.
                                                                       Meister Eckhart (um 1260-1328)
--- Sufismus: Buchbesprechungen und Texte  
--- Rabi'a von Basra (ICT 15, S. 79-80)

--- Sufische Spiritualität
6. Sufismus und Khalil Gibran
Jedes Mal, wenn jemand die Geheimnisse der Wahrnehmung erlernt, werden seine Lippen versiegelt für das Sprechen über das Bewusstsein.
                                      Rumi (in Idries Shah: Der glücklichste Mensch. Herder 1986, S. 96)
--- Sprache der Sufis
--- Annemarie Schimmel: Der Falter und die Kerze (aus RIG 5/1998)
--- Khalil Gibran: Leben und Werk
--- Khalil Gibran: Der Prophet (Auszüge)
--- Khalil Gibran: Zitate
--- Khalil Gibran als Maler (mit Zitaten) - YouTube
--- PP-Präsentation zu Khalil Gibran (intern)
--- Literaturhinweise zu Khalil Gibran (bei Wikipedia)



7. Goethe und der mystische Orient
Goethe-Hafis-Denkmal Weimar
Die Freude nur verschwistert dich der Erde,
nur durch die Freude wirst du eins mit Gott.
 Hafis
 In: Hans Bethge: Hafis. Nachdichtungen.
 Kelkheim: YinYang 2004, S. 30




8. Buddhistische Grundstrukturen
Weder der Geist der Vergangenheit noch der Geist der Zukunft sind das Ich,
weil beide nicht vorhanden sind.
Nun, wenn der (gegenwärtig) entstandene Geist das Ich wäre,
dann gäbe es, wenn dieser vorüber ist, auch kein Ich mehr.
Shantideva: Die Lebensführung im Geiste der Erleuchtung. Das Bodhisattvacharyavatara.
Aus dem Tibetischen  von Jobst Kross. Berlin: Theseus 2004, S. 173

--- Die Vier Edlen Wahrheiten --- Der achtfache Pfad und das Nicht-Ich
--- Die Höhere Welt und das Nirvana - Mahabharata und Buddha
--- Shantideva: Lebensführung im Geiste der Erleuchtung (2004)
--- Zen-Buddhismus: Der Ochs und sein Hirte
     (Die berühmte Bildergeschichte und das Klangprojekt von W.A.Krebber)

9. Buddhismus: mystische Ebenen
Geschmückt mit dem Juwel der Sammlung,
Man Übles nicht mehr denken kann;
Und nicht mehr wird der Geist zerstreut.
So legt denn dieses Kleinod an!
Milindipanha. Die Fragen des Könis Milinda.
Aus dem Pali übersetzt von Nyanatiloka, Hg. und teilweise neu übersetzt von Nyanaponika.
CH-Interlaken: Ansata 1985, S. 303

10. Sprache im Zen-Buddhismus
Zeige mir dein wahres Gesicht, bevor du geboren wurdest! (Zen-Koan)
In: Willigis Jäger: Ewige Weisheit.
Das Geheimnis hinter allen spirituellen Wegen.
München: Kösel 2010, S. 100
--- Einführung in den Zen-Buddhismus (Protokoll)
--- Der Ochse und sein Hirte - eine Zen-Geschichte
--- Der Ochs und sein Hirte als Klangprojekt (W.A. Krebber)

   
Hildegard von Bingen: Engelchöre
--- Wenn ich stehe, dann stehe ich ...
                                             (Zen-Tradition)

11. Ich-Relativierung und Weihnachtsstradition
 Was wir wirklich sind, kennt keine Zeit .
                                           (Willigis Jäger aaO 134)


--- Willigis Jäger über das Bewusstsein
     der Einheit und die Relativität des Ich

--- Zur Typik von Weihnachtsgeschichten
--- Rainer Maria Rilke: Das Christkind (Erzählung, 1893)


--- Etwas andere Weihnachtsgeschichten
    aus ICT 18: Gespiegelte Wahrheit (2009), S. 27-33

12. Geburtsgeschichten und Psalmlieder
In der Liebe versinken und verlieren sich alle Widersprüche des Lebens. Nur in der Liebe sind Einheit und Zweiheit nicht im Widerstreit.
Rabindranath Tagore

--- Mythisches und Mystisches:
     Wunderbare Geburten: Krishna, Buddha, Jesus  

--- Die Geburt eines Sohnes von Rabbi Salomo Luria
In: Chajim Bloch: Das himmlische Urteil. Kabbalistische Legenden.

Mit einer Einleitung. Hg.: Manfred Baumotte. Hannover: LVH 2001, S. 23-25

--- Poesie der Psalmen: Ps 91, 121, 139:
Übersetzungsvergleiche:
Wuppertaler Bibel, Jerusalemer Bibel, Menge, M. Luther, Bibel in Gerechter Sprache


--- Alle Psalmen zum Lesen und nachhören (Übersetzung: Emil Kautzsch)

13. Goethe: Begegnung mit dem Göttlichen 
Allein wie herrlich, diesem Sturm ersprießend
Wölbt sich des bunten Bogens Wechseldauer ...
Der spiegelt ab das menschliche Bestreben.
Ihm sinne nach, und du begreifst genauer:
Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.
                                                                       J.W. Goethe: Faust II: I. Akt, Schluss des 1. Abschnitts

--- Zusammenfassungen von J.W. Goethe: Faust I und II
--- Die Fülle der Möglichkeiten  mit Goethes Faust I und II 
    (Hamburger Bildungsserver)
--- J.W. Goethe: Erlösungsmotive in Faust I+II (vgl.  20.11.2012)

14. Über den Rand des großen Canyons: Indianische Kraft der Worte
Bei dir ist die Quelle des Lebens
und in deinem Lichte sehen wir das Licht
                                                                               Psalm 36,10
Canyon de Chelly, Arizona
--- Indianer in Nordamerika
--- Die dem Häuptling Seattle
     zugeschriebene Rede von 1854

--- Navajo-Philosophie

15. Literarische Runde
Die Seele ist wie ein Wind, der über die Kräuter weht,
wie der Tau, der über die Wiesen träufelt,
wie die Regenluft, die wachsen macht.
Desgleichen ströme der Mensch ein Wohlwollen aus,
auf alle, die da Sehnsucht tragen.
Ein Wind sei er, der den Elenden hilft,
ein Tau, der die Verlassenen tröstet.
Er sei wie die Regenluft, die die Ermatteten aufrichtet
und sie mit Liebe erfüllt wie Hungernde.
                                                                        Hildegard von Bingen 
                                               Aus: Monika und Udo Tworuschka (Hg.): 
                                                Seele ist wie ein Wind. Weisheit der Religionen.
                                                Zürich/Düsseldorf u.a.: Benziger 1999, S. 8
 


Poesie, Kurzgeschichten, Analysen:
--- Protokoll mit Texten und Kommentaren zum Download
--- Gottes Weihnachtsbrief - Ein Gott