Montag, 27. August 2018

Khalil Gibran - Poet zwischen Orient und Okzident (aktualisiert)

  

Selbstporträt 1911
(wikipedia.en)
Der aus dem Libanon stammende
Khalil Gibran (1883-1931) gehört zu
den großen Persönlichkeiten, die Goethes
Ausspruch im West-östlichen Divan 
(Nachtrag 1825/26) bewusst gelebt haben:

                Wer sich selbst
                und andre kennt, 
                wird auch hier erkennen,
                Orient und Occident
                sind nicht mehr zu trennen.
                Sinnig zwischen beiden Welten 
                sich zu wiegen, lass ich gelten;  
                also zwischen Ost und Westen
                sich bewegen sei's zum Besten.


Den meisten fällt beim Namen Gibran sein berühmtes Werk "Der Prophet" ein, das 1923 in New York zum ersten Mal erschien und schnell zu einem weltweiten Kultbuch wurde. Die Auflagen in vielen Sprachen zeigen an, ,wie umfangreich und existentiel intensiv das Werk dieses Dichters ist.
Auch als Maler hinterließ er bleibende Eindrücke.  Durch sein Leben zwischen der Levante, Europa und Amerika, durch seine Poesie, seine vielen Aphorismen und unnachahmlichen Erzählungen ist er ein wichtiger Brückenbauer auch zwischen den Religionen geworden. 
Man denke hier nur an sein Jesus-Buch:


  • Jesus Menschensohn. Seine Worte und Taten,
    berichtet von Menschen, die Ihn kannten.

    Olten (CH): Walter 1988, 2. Aufl. ,170 S. u.ö.
    -- Drei Beispiele: hier
  • Vgl. Jean-Pierre Dahdah: Khalil Gibran. La vie inspirée de l'auteur du "Prophète" [1994]. Espaces libres. Paris: Albin Michel  2004
    Deutsch: Khalil Gibran. Eine Biographie
    .
    Düsseldorf: Patmos 1997



Weitere Informationen


  • „Worauf wartest du hier am Tor?", 
    fragte der Prophet den Wachposten.
    „Auf den Feind!", entgegnete dieser. „Man muss jede Stunde auf ihn gefasst sein. Vielleicht sammelt er gerade seine Mannschaften, irgendwo hinter den Bergen. Vielleicht denkt er sich in diesem Augenblick eine Kriegslist aus, um uns zu überfallen, wenn wir nicht wachsam sind, sei es am Feiertag oder in der Nacht. Wenn ich die Schilde des Feindes blinken sehe in der Ferne oder das Lärmen der Waffen höre von den Bergen her, dann muss ich schreien, bis die ganze Stadt gerüstet ist den Feind zu empfangen."
    Der Prophet schwieg und schaute lange vor sich hin. Dann sagte er:
    „Die Stadt ist gerüstet, den Feind zu empfangen. mag sein. Aber ist sie auch gerüstet einen Freund zu empfangen? Einen Retter und Helfer, der nicht gegen die Mauern anrennen will, um die Stadt zu stürmen; und der uns nicht Krieg bringt sondern Frieden?
    Ist diese Stadt auch gerüstet für einen Freund?"
    Aus: Männerarbeit der Ev. Kirche von Westfalen (Hg.): Ein Weggeleit. Schwerte-Villigst 2004, S. 42 

Samstag, 25. August 2018

Yeziden / Jesiden / Êzîden - eine alte mittelöstliche Religion (aktualisiert)

Mausoleum
von Scheich Adi ibn Musafir,

in Lalish, Nordirak (Wikipedia)

Bei den Yeziden handelt es sich um eine religiöse, überwiegend kurdische  Minderheit.  
Sie praktiziert einen sehr alten monotheistischen Glauben. Wichtige Symbole der religiösen Tradition sind der Pfau und die 20strahlige Sonne als Gotteszeichen. 

Der jesidische Pfau
Mehr Infos: hier


Vermutlich verbinden sich in der yezidischen Glaubenstradition Elemente des Mithras-Kultes, des Zoroastrismus, des Islam mit sufischen Elementen, aber auch Einflüsse aus Judentum und dem orientalischem Christentum.


Die Verbreitungsgebiete der yezidischen Bevölkerung liegen bzw. lagen im nördlichen Irak, Nordsyrien, der Südosttürkei und im Iran.
Sie sind durch die Truppen des sog. Islamischen Staates massiven Verfolgungen, Ermordungen und Vertreibungen ausgesetzt gewesen.


  • Selbstorganisation der Yeziden im Ausland:
    Êzîden weltweit
  • Michael Blume: Der Baba Sheikh
    – Religiöses Oberhaupt der Yeziden und Reformer
    (sciLogs 27.01.2016)
  • Celalettin Kartal: Deutsche Yeziden.
    Geschichte – Gegenwart – Prognosen.

    Reihe: Religionen aktuell Bd 17.
    Marburg: Tectum Verlag 2016

    Rezension (Prof. Dr. Peter Antes): hier
  • Zur Kosmogonie der Yeziden bis Adam (englisch). Yezidi Stories, Open Edition, 28.10.2016
  • Khanna Omarkhali: The Yezidi Religious Textual Tradition.
    From Oral to Written. Categories, Transmission, Scripturalisation and Canonisation
     of the Yezidi Oral Religious Texts,

    Series:
    Studies in Oriental Religions 72,
    Harrassowitz, Wiesbaden, 2017, X, 625 p. ISBN 978-3-447-108560.
    Summary
    Public and academic interest in the Yezidis, their religion and culture, has increased greatly in recent years. The study of Yezidism has also made considerable progress in recent decades. Still, several lacunae in our knowledge remain, notably concerning many concrete aspects of the textual tradition. This book is a comprehensive study of the Yezidi religious textual tradition, containing descriptions of many hitherto unknown aspects of the oral transmission of Yezidi religious knowledge. It presents a detailed account of the ‘mechanisms’ underlying various aspects of the tradition. It shows how the religious textual tradition functioned – and to a certain degree still does – in its pre-modern way, and also describes the transformations it is currently undergoing, including the issues and processes involved in the increasing trend to commit religious knowledge to writing, and indeed to create a written Canon. The work contains several hitherto unpublished texts and the most comprehensive survey to date of the extant Yezidi sacred texts. It is accompanied by a CD with an extensive collection of recordings of texts.
  • Carsten Colpe zu Yeziden in: Iranier - Aramäer - Hebräer - Hellenen. --- Iranische Religionen und ihre Westbeziehungen. Tübingen: Mohr  2003, S. 535-536
  • Halil Savucu: Yeziden in Deutschland. Eine Religionsgemeinschaft zwischen Tradition, Integration und Assimilation.
    Marburg: Tectum Verlag 2016 [Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag Reihe: Religionswissenschaften Bd 3
  • Şefik Tagay und Serhat Ortaç: Die Eziden und das Ezidentum.
    Geschichte und Gegenwart einer vom Untergang bedrohten Religion.

    Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg 2016 
  • Yezidisches Forum Oldenburg (Hg.): Wer sind die Yeziden?
  • Wikipedia: Jesiden 
  • Jesiden / Yeziden - eine Minderheit in der Minderheit -(SRF 09.08.2014)
  • Homepage der Ezidischen Akademie Hannover 
  • Kultur und Glauben der Jesiden
    - verteufelt und ewig missverstanden

    Ulrich von Schwerin in Qantara.de, 27.10.2014 




Die jesidische Sonne





Freitag, 24. August 2018

AISA SaarLorLux: Entwurf einer Charta zum interreligiösen Dialog (aktualisiert)

Signet von AISA SaarLorLux

Die im Länderdreieck Saarland, Lothringen, Luxemburg beheimatete Regionalgruppe des Alawiyya-Sufi-Ordens: Association internationale Soufie Alawiyya SaarLorLux bemüht sich seit langem, den interreligiösen Dialog zu fördern und die Versöhnung zwischen den Religionen voranzutreiben. 
Jetzt hat sie einen Entwurf zu einer Charta des interreligiösen Dialogs vorgelegt. Nicht nur Muslime, sondern auch Vertreter/innen anderer Religionen sind eingeladen, sich mit weiteren Vorschlägen in dieses Gespräch einzubringen, ehe die endgültige Fassung der Charta verabschiedet wird. Die Entwicklung einer solchen Erklärung kann zu einem Vorbild gegenseitigen Verständnisses werden und zugleich deutlich machen, dass es zum Dialog keine Alternative gibt.



Charta der Interreligiösen Gruppe im Saarland

1.  Jeder Muslim/jede Muslima sollte darauf achten, seine / ihre religiöse Kultur bei denjenigen Quellen und Predigern zu suchen, die als beste Wissenschaftler der Gemeinde anerkannt sind. Dabei soll er / sie nicht selbstgefällig die Anderen über gute und schlechte Muslime belehren, sondern dialogoffen sein.

2.  Jeder Muslim/jede Muslima muss sich davor hüten, unüberlegt und fanatisch Regeln ohne spirituellen Zweck zu befolgen. Er/sie sollte oberflächliche Ablenkungen vermeiden und sich auf die Beachtung der spirituellen Prinzipien seines/ihres Glaubens konzentrieren.

3.  Jeder Muslim/jede Muslima ist dazu verpflichtet, die Ethik der gegenseitigen Verantwortlichkeit zu beachten: Man sollte den Nächsten in jeder Hinsicht so behandeln, wie man selber behandelt werden will. Die Tradition des Propheten Muhammad (Friede sei auf ihm) besagt: „Ihr werdet erst Muslime, wenn ihr für die Anderen das wollt, was ihr für euch selbst wollt.“

4.  Jeder Muslim/jede Muslima hat die Verpflichtung, seine/ihre Kenntnisse über Wissenschaften und Technik zu pflegen und zu erweitern. Daraus ergibt sich, dass die Ablehnung von Wissenschaft und technischem Fortschritt falsche Interpretationen des Islam sind.

5.  Gott (= arabisch: Allah) hat das Universum mit all dem, was es enthält, erschaffen. Die gegenwärtigen hochentwickelten wissenschaftlichen Theorien lassen die Frage nach der Ursache der Entstehung des Universums offen. Der Islam steht diesen Theorien offen gegenüber.

6.  Gott hat die Menschheit erschaffen und wollte sie geschwisterlich. Jeder Muslim/jede Muslima sollte sich also in jeder Lage für den Frieden und gegen den Krieg einsetzen, für die Geschwisterlichkeit und gegen den Rassismus, für die Einigkeit und gegen Hass.

7.  Wenn ein Muslim/eine Muslima Lügen und Vorurteile über den Islam und die Muslime hört, dann ist seine/ihre beste Antwort, dem mit guten Taten zu begegnen.

8.  Die Tradition des Propheten erinnert uns daran, dass die Religionsausübung in keiner Weise Unordnung und Störungen hervorbringen darf.

9.  Deutschland ist kein islamisches Land; es ist ein Land, in dem mehrere Religionen, darunter der Islam koexistieren und in dem auch Atheisten und Agnostiker leben. In diesem Kontext müssen selbstverständlich die Werte und Gesetze der Bundesrepublik Deutschland beachtet und eingehalten werden. Da z.B. Gotteslästerung und religiöse Karikaturen durch die deutschen Gesetze erlaubt sind, kann man verletzt oder beleidigt sein, aber man darf weder ihr Verbot verlangen, noch mit Gewalt reagieren. Mit anderen Worten: Kein Muslim/keine Muslima hat das Recht zu verlangen, dass Deutschland seine Werte und Gesetze ändert, damit diese zur eigenen Glaubensvorstellung passen. Ebenso haben auch die Vertreter/innen anderer Religionen ebenso wie Atheisten/Atheistinnen und Agnostiker/innen kein solches Recht.

10.  Die islamische Religionsausübung muss notwendigerweise im heutigen Kontext betrachtet werden.  Körperliche Züchtigungen und Polygamie (Männer dürfen mehrere Ehefrauen haben) haben keine Berechtigung mehr und müssen abgeschafft werden. In diesem Sinne ist die Gleichstellung zwischen Mann und Frau unbedingt notwendig.

11. Jeder Muslim/jede Muslima muss in seinen/ihren, familiären und sozialen Beziehungen ein verantwortungsbewusstes und respektvolles Verhalten gegenüber Andersdenkenden und Andersglaubenden zeigen.

12.  Im Alltag gilt es, Maß zu halten und faire Kompromisse zu finden.

13.  Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) hatte selber in der Verfassung von Medina verkündet, dass diejenigen, die an den Monotheismus / die Einheit Gottes glauben, seien sie Juden, Christen, Muslime oder Andersgläubige, zur  selben Gemeinschaft des Buches gehörten. Daraus folgt, dass jede Form des Antisemitismus der Lehre des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) direkt widerspricht. Allgemein lässt sich darum sagen: Wenn man dem Beispiel des Propheten folgt, entfaltet der Islam seine Grundwerte von Toleranz und Wohlwollen, denn nur Gott kann richten.

14.  Es ist jedem Muslim/jeder Muslima verboten, einen Krieg, d.h. einen gewaltsamen „Dschihad“  zu erklären: Wie das arabische Wort schon sagt, ist der große, der edelste Dschihad die Anstrengung zur Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung, um die islamischen Werte auf überzeugende Weise zu verwirklichen.

CC



Donnerstag, 23. August 2018

Die Erfindung des Buchdrucks - Gutenberg als Weltveränderer - eine Ausstellung auf Burg Eltville

Vor 550 Jahren revolutionierte Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg (um 1400 - 26.02.1468) die Kommunikationsstrukturen der damaligen Welt. Durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckpresse entstand eine völlig neue Medienlandschaft, die erst mit dem Internet am Ende des 20. Jahrhunderts eine weitere globale Steigerung erfuhr.
Mehrere (temporäre) Ausstellungen im Gutenbergjahr erinnern daran, besonders natürlich an seinem Geburts- und Sterbeort Mainz.
Der Beitrag des Gutenberg-Museums steht unter dem Titel:
Ohne Zweifel Gutenburg? (ab 19.09.2018)

Man darf übrigens davon ausgehen, dass Johannes Gensfleisch mehrer Jahre seiner Kindheit im Hause seiner Verwandten in Eltville verbrachte, das in unmittelbarer Nähe der kurfürstlichen Burg liegt, die die Mainzer kurfürstlichen Erzbischöfe  als Sommerresidenz nutzten.
Die Stadt Eltville hat sich nun eine besondere Ehrung für den rheinischen Medienmogul ausgedacht: Der international renommierte Ottmar Hörl, bekannt durch seine seriellen Installationennimmt den 550. Todestag zum Anlass, die Bedeutung der schwarzen Druckermagie in einer temporären Ausstellung im Gelände der Burg Eltville umzusetzen. Der Künstler hat durch über 150 Gutenberg-Figuren (Größe ca. 100 x 36 x 36 cm) im Gelände der Burg nachdenklich heiter eine "Aufstellung" gemacht. Sie zeigt faszinierend, wie der Buchdruck globale Brückenfunktionen eröffnete: Black Magic - so auch der Titel der Ausstellung !
Damit die Besucher wenigstens eine Ahnung von dieser medientechnischen Umwälzung "begreifen" können, darf man die Figuren auch wortwörtlich begreifen und fassen !
Mehr Informationen im Ausstellungsprospekt: hier



Kurfürstliche Burg Eltville am Rhein

Zugänge und Diskussionen


Im unteren Burggarten wandeln


Neue Aufstellungen im oberen Burggarten

















Der Medienmogul Gutenberg

Zukunftsorientierungen ...



CC


Donnerstag, 2. August 2018

Jenseitsvorstellungen in den Religionen - Europa, Ägypten und Asien (Seminar)

Grabengel  - Stadtfriedhof  von Longyon (Lothringen)
Die verschiedenen Religionen haben versucht, sich dem Geheimnis des Todes sowie dem Danach und dem Dahinter anzunähern. Wichtig werden hier die Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod, sowie Denk- und Glaubensmodelle der Unsterblichkeit, der Auferstehung und der Reinkarnation sowie dem Verlöschen des Ichs. 



Themenfelder:
Sterben, Sterbephasen, Nahtod-Erlebnisse, 

Unsterblichkeit der Seele,
Zwischenreiche: Fegefeuer, Bardo

Jüngstes Gericht, Auferstehung, Paradies und Hölle, Wiedergänger
Reinkarnation, Nirvana


  • Ausführliche Materialvorstellung
    mit Kinder- und Jugendbüchern am Schluss
  • Ausstellung von Markus Lüpertz im Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal - bis 05.08.2018: Der Tod, der bleiche Freier



 Seminarplanung (aktualisiert)
Seminar-Nr. 146124, Raum 2.323  
11.04.18  Allgemeine Einführung, Aufgabenverteilung,
Materialvorstellungen
Inhaltlich: Grenzerfahrungen, Fragebogen
18.04.18  Griechische Mythologie: Hades, Acheron, Orpheus und Eurydike 
               Reise in Jenseits (Video)                
              
25.04.18  Kurzfilm: Mémoires vives" -  Tod und Auferstehung Judentum
      
– mit Daniel 12 und Apokalyptik
02.05.18  Christentum: Auferstehung und Jüngstes Gericht         
nach 1. Korinther 15 , Johannes 11: Auferweckung des Lazarus


09.05.18  Bestattungsriten in den Religionen                             
16.05.18  Islamische Eschatologie
 - die Quellen: Koran und Hadithe
   Exkurs: Jenseitsreisen im Alten Ägypten



23.05.18  Kein Seminar
30.05.18  Der (Welt-)Kreislauf der Wiedergeburten im Hinduismus:
Aus den Veden, den Upanishaden und dem Mahabharata 
06.06.18    Manichäismus: Licht und Finsternis -  Leerwerden im Buddhismus 
13.06.18   Buddha-Reden und Geschichten: Der Weg zum Nirvana

20.06.18   Leben, Sterben, Wiedergeborenwerden als Teil buddhistischer Lebenspraxis
mit Texten aus dem Lotos-Sutra
(als Gast: Yoshi Matsudo, Soka Gakkai Deutschland)
27.06.18  Nachträge zum Buddhismus --- 
Nahtod-Erfahrungen / Sterbebegleitung / Märchen
04.07.18  Mulla Sadra: Existenz zwischen hier und dort
Dantes Göttliche Komödie: Der Gang durch die Unterwelt 

11.07.18  Besuch [virtueller] Friedhöfe und Trauerforen: Bildbeispiele
(Kristina K. & Julia B.)
18.07.18  Krankheit, Sterben und Tod im Unterricht (Vera V. & Laura M.)
– mit Buchvorstellungen: Wenn Kinder trauern 
1. Einführung, Fragebogen,
    Materialvorstellung --- 11.04.2018


Wir sehen jetzt durch einen Spiegel auf ein Rätsel, 
danach aber von Angesicht zu Angesicht. 1. Kor 13,12

>>> Harold Coward (ed.): Life after Death in World Religions.
Faith Meets Faith Series. Maryknoll, NY: Orbis 1997 --- Inhalt: 
  • The Eastern Religions - Hinduism, Buddhism, and the Chinese Traditions
  • 1. Judaism /​ 
  • The Western Religions - Judaism, Christianity, and IslamEliezer Segal. The First Commonwealth (until ca. 539 B.C.E.). Babylonian Exile and Second Commonwealth (539 B.C.E. to 70 C.E.). Talmudic Perspectives (70 to ca. 700 C.E.). Medieval Judaism (ca. 700 to ca. 1750 C.E.). Modern Judaism (from ca. 1750)
  • 2. Christianity /​ Terence Penelhum. Christian Origins. The Core Christian Claims about the Afterlife. Philosophical Difficulties in the Christian View
  • 3. Islam /​ Hanna Kassis. "Only He Remains" "Here I AM Lord": Preparation and Burial of the Dead. "Tasting the Nearer Chastisement": Judgment in the Tomb. "When Shall Be the Day of Resurrections?" "Unto the Path of Hell" "Enter Thou My Paradise"
  • 4. Hinduism /​ Anantanand Rambachan. Central Features of Hinduism. Hindu Views of the Person. Hindu Views of Death and Afterlife
  • 5. Buddhism /​ Eva K. Neumaier-Dargyay.
  • Many Lives - Many Deaths: The Basic Assumptions. Dying and Being Reborn in the View of the Traditions. The Tibetan Lore of Dying and Rebirth. The Bar do thos grol. The "Liberation from the Intermediary State" and Reports of Near-Death Experiences
  • 6. Chinese Religions /​ Gary Arbuckle. Notes from the Nether World. Cosmological Contexts and the Theory of the Soul. Going to One's Reward. Prison Breaks: Philosophy, Alchemy, Escape, Endurance. The Afterlife in "After-Times"
>>> Dietrich Steinwede / Dietmar Först (Hg.):
Die Jenseitsmythen der Menschheit
.
 Düsseldorf: Patmos 2005


2.  Griechische Mythologie: Tod und Unterwelt
     --- 18.04.2018
Niemals vermag ich die Zahl der Meerkiesel anzusagen.
Doch ein Maß ist in allem; und das Beste ist, zu erkennen, wann rechte Zeit ist.
Aus der 13. Olympischen Ode
Pindar, griech. Lyriker und Komponist (522/518 - 438/432 v.Chr.)

3.  Tod und Unterwelt
 
    Apokalyptik und ewiges Leben im Judentum
     --- 25.04.2018


Alle unsere Vollkommenheit und alle unsere Seligkeit hängt daran, dass der Mensch durchschreite und hinüberschreite  über alle Geschaffenheit und  alle Zeitlichkeit und über alles Dasein hinaus und eingehe in den Grund, der grundlos ist. 

Meister Eckhart (um 1260 - 1328) -
Zitat aus: 
Der Morgenstern. Ausgewählt, übersetzt und eingeleitet von
Hans Giesecke. Berlin: Union 1964. S. 285


4.  Tod und Auferstehung: Judentum und Christentum
 
   --- 02.05.2018
Der Seele Frohsinn hängt nicht ab
von Rosen und von Grün –
dort, wo ein Herz sich aufgetan,
ist Garten voller Blühn!

Mir Chawaja Dard (gest. 1785 in Delhi),
Mystiker, der in Urdu und Persisch schrieb.
 
Annemarie Schimmel - ausgewählt, übersetzt und herausgegeben: Weisheit des Islam. Stuttgart: Reclam 1994,  S. 91)

5.  Bestattungsriten in den Religionen --- 09.05.2018

 Denn es ist gut, wenn uns die verrinnende Zeit nicht als etwas erscheint,
das uns verbraucht und zerstört wie die Handvoll Sand, sondern als etwas,
das uns vollendet.
 Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944),
Die Stadt in der Wüste 1948 (franz. /deutsch 1956)

6.  Islamische Eschatologie - Koran und Hadithe
     --- 16.05.2018
 Glaube ist der Vogel, der das Licht fühlt und singt, 

                              wenn die Morgendämmerung noch dunkel ist."                                                                                                                            Rabindranath  Tagore (1861-1941):
 Indische Weisheiten für jeden Tag. 
 Frankfurt/M.: Fischer TB 17091,  2006 23.03.


Exkurs in das alte Ägypten:
Jenseitsführer = die Nachtfahrt des Sonnengottes (Ausschnitt, Original: Neues Museum Berlin):
Übergang vom Leben zum Tod und Rückkehr ins Leben - der Weg durch den Nil. Weitere Infos: hier

7.  Der (Welt-)Kreislauf der Wiedergeburten
     im Hinduismus: 

       Aus den Veden, den Upanishaden und dem Mahabharata
       --- 30.05.2018


Worte Krishnas:

Von mir, der in den Herzen wohnt, wird der Verblendung Dunkelheit

durch der Erkenntnis Licht zerstreut. Denn dies vermag Barmherzigkeit.

Bhagavad-Gita, 10. Gesang, Vers 11 nach der Übersetzung und Bearbeitung Hg.: Helmuth Glasenapp.

Stuttgart: Reclam TB 7874/75, 1975 u.ö., S. 65 



„Wie der Mensch ist auch die Welt geboren worden und wird sterben, sagen die Hindus. Sie durchschreitet große Zyklen, Kalpas genannt. Ein Kalpa ist ein Tag Brahmas (Brahma = der „erste“ Gott der indischen Götter-Trinität, nicht zu verwechseln mit Brahman, dem unpersönlichen höchsten Sein und Atman, der menschlichen Seele, die in enger Beziehung zueinander stehen)Innerhalb der Kalpas liegen Äonen, Yugas genannt. Jedes Yuga ist in vier Zeitalter eingeteilt, und in jedem Zeitalter sind Tugend und Glück des Menschen im Abnehmen begriffen. Unser jetziges Zeitalter steht im Kali-Yuga, dem letzten und dunkelsten der vier. Die Hindus glauben, dass es 3102 v. Chr. begonnen hat und von jetzt an gerechnet nach ca. 428 000 Jahren endet, wenn die ganze Welt durch Feuer und Flut zerstört wird. Aber dann wird ein neues, goldenes Zeitalter wiedergeboren …“                          
(Bancroft, Anne: Religionen des Ostens. Wege geistiger Erfahrung. 
Aus dem Englischen. Zürich: Theseus 1974, S. 49)
  • Krita Yuga: Das erste, goldene Zeitalter ( = 4800 göttliche Jahre = 1.728.000 irdische Jahre), es steht auf vier Beinen.
  • Treta Yuga: Das zweite nachfolgende Zeitalter (= 3600 göttliche Jahre = 1.296.000 irdische Jahre, d.h. es macht nur  drei Viertel der Vollkommenheit des Krita Yuga aus.
    Es steht nur noch auf drei Beinen (von treta = tres = drei)
  • Dvapara Yuga: Zeitalter des Gleichgewichts von Vollkommenheit und Unvollkommenheit
    (2400 göttliche Jahre =  864.000 irdische Jahre --- Balance von nur zwei Beinen = dwa = duao = zwei)
  • Kali Yuga: Das vierte und letzte Zeitalter, das nur noch ein Viertel des ersten Zeitalters ausmacht,
    d.h. 1200 göttliche Jahre = 432.000 irdische Jahre; es begann etwa 3102 v. Chr.).
    Dieses schlimme Zeitalter ist einbeinig.

Es gibt in der christlichen Tradition eine gewisse Parallele. Joachim von Fiore (1130/35–1202)
spricht vom Zeitalter des Vaters (AT), des Sohnes (NT) und des Heiligen Geistes.
Er beginnt mit dem Jahr 1260.
8.  -- Manichäismus: Licht und Finsternis -
     -- Leerwerden im Buddhismus --- 06.06.2018

      


Schau hin und sieh das Entstehen und Vergehen

aller Weisen des Daseins ([s]khandas).

Erfahre die Freude und das Glück

jenseits von Leben und Tod.

Dhammapada - Die Weisheitslehren des Buddha. Aus dem Pali.
Freiburg u.a.: Herder spektrum 5601, 2005, Nr. 374 = S. 114

--- Infos zum Manichäismus: hier
--- Materialsammlung zum Buddhismus: hier

Die 12 Elemente des bedingten Entstehens /
des Entstehens in Abhängigkeit


1.  Ignoranz / Unwissen  (Avidya) - blinde Frau ----  2.  Karmische Bedingungen/ Ausprägungen (Samskara) - Topf = Kreativität  ----- 3.  Daraus entstehende  Erkenntnis / Gewissen  (Vijnana) - Der Affe /------ 4.  Mentalität-Körperlichkeit:  Name und Form (Nama-rupa) --- 5.  Die sechs Grundlagen der Sinne (Shadayatana) - Haus mit 6 Fenstern ------------------------------- 6.  Kontakt/Berührung der Sinne zwischen den Organen und den Objekten (Sparsha) - Liebespaar ----- 7.  Gefühl / Sinneswahrnehmung (Vedana) - Pfeil im Auge ------------- 8.  "Durst", Wunsch, Begier (Trishna) - Der Trinker ----- 9.   Anhaften (Upadana) - Der die Frucht Pflückende ----- 10. Existentielles Werden, Entstehen der Existenz (Bhava) - Koitus --- 11. Geburt, Heraustreten der Existenz (Jati) - Die Gebärende ----- 12. Konsequenz: Alter & Tod (Jaramarana) - Der  Leichenbestatter ----------- Aus: Vladimir Grigorieff: Les philosophies orientales. L'Inde et la Chine. Paris: Eyrolles 2005, 97-101. Erläuterung der Bilder 1-12 = S. 102


9. Buddha-Reden und Geschichten --- der Weg zum Nirvana 
--- 13.06.2018
Erfreue dich der Einsamkeit,
Erfreue dich des friedlichen Verweilens,
Frei von Verlangen und Abneigung,
                              Und erfahre so Glück und Freude des Weges.


Dhammapada - Die Weisheitslehren des Buddha. Aus dem Pali.
Freiburg u.a.: Herder spektrum 5601, 2005, Nr.205 = S. 70




10.  Leben, Sterben, Wiedergeborenwerden
         als Teil buddhistischer Lebenspraxis --- 20.06.2018 

 

Wer völlig frei ist von Zweifeln und von Reue,
wer tiefen Herzens einen Augenblick vertraut,
wird ein  Heil jenseits menschlichen Heils erlangen.

Das Lotos Sutra, übersetzt von Max Deeg.
Darmstadt: WBG 2007, S. 249 = 5. Rolle, 17. Kap.


Infos zum Lotos-Sutra (spirit wiki)

11.  Nachträge zum Buddhismus
Nahtod-Erfahrungen / Sterbebegleitung, Märchen
 --- 27.06.2018 --- 

Glücklich, wer aus dem Vertrauen des Glaubens lebt.
Er entdeckt das umfassendste Geheimnis: die stete Gegenwart Gottes.

Frère Roger: In allem innerer Friede. Ein Jahresbegleitbuch. Freiburg u.a.: Herder 2009, S. 115



12.  Mulla Sadra und Dantes Göttliche Komödie
--- 04.07.2018 

Es gibt keinen Tag, der nicht ein HEUTE GOTTES sein kann.
Frère Roger, aaO S. 143

Ausstellung Bruno Perramant: Les Aveugles
 Paris, Collège des Bernardins 2012
"Dante auf dem Weg zur Vorhölle"















13.  Besuch [virtueller] Friedhöfe und Trauerforen
--- 11.07.2018 ---

Und so lang du das nicht hast, 
Dieses: Stirb und werde! 
Bist du nur ein trüber Gast 
Auf der dunklen Erde.
Johann Wolfgang von Goethe: "Selige Sehnsucht" (Aus dem West-östlichen Divan)



In wissender Liebe wird der Mensch mit Seele und Leib zur Fülle des Heils geleitet.
Hildegard von Bingen (1098 - 1179):
Weisheiten und Ratschläge für jeden Tag.
Hg.: Angelika Conrad Seibert / Karin Hechtberger.
Augsburg: Pattloch 1997, S. 23
(aus: Scivias)

Schwerpunkt:
  • Tobias Brocher: Wenn Kinder trauern. Wie sprechen wir über den Tod?
         Zürich: Kreuz 1980, 133 S. mit Kinderzeichnungen
  • Christine Fleck-Bohaumilitzky: Wie Kinder Tod und Trauer erleben (PDF, 16 S.)
         Link zu: Verwaiste Eltern

  • Kinder- und Jugendbuch - Empfehlungen zum Thema
  • Kinderbücher [Bilderbücher] als Annäherung an Tod und Sterben (www.eltern.de)
  • Fredrik Backmann: Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid. Roman
    Aus dem Schwedischen von Stefanie Werner
    Frankfurt/M.: Fischer 2015, 4. Aufl., 464 S.
    Inhalt und Leseprobe: hier
  • Ingeborg Hanreich / Brigitta Knoll: Die Geschichte vom himmelblauen Löwen.
    Wien: Hanreich 2016, 24 S., Abb.
  • Eoin Colfer: Meg Finn und die Liste der vier Wünsche. Roman.
    München: List 2ß004, 239 S.

  • William Paul Young: Die Hütte. Ein Wochenende mit Gott.
    Hamburg: Allegria 2009, Ullstein TB 2011, 368 S.  ---
    Rezension: hier
  • Markus Zusak: Die Bücherdiebin. Jugendroman.
    München: Blanvalet (Random House)  2008, 591 S.
    --- Mit Blick ins Buch
    --- Inhaltsangabe und Kommentar: hier


    Weitere im Seminar vorgestellte Kinderbücher

    zum Thema Sterben und Tod
    Kinderbücher [Bilderbücher] als Annäherung an Tod und Sterben (www.eltern.de)

    Ravensburger Buchverlag 2011 u.ö.

    Carl Hanser Verlag 1997 u.ö.
    Beltz & Gelberg 2017
    Beltz & Gelberg 2018
    Heinrich Ellermann Verlag 1987 u.ö.
    Moritz-Verlag 2003
    Carl Hanser-Verlag 2005 u.ö.
    Moritz-Verlag 2018 u.ö.
    Gabriel Verlag
    im Thienemann-Esslinger Verlag  2005
    Annette Betz - Imprint
    von Ueberreuter Verlag 2012 u.ö.

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    Ausführliche Materialsammlung zum Thema: hier
    Weiteres:
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    RECHERCHE-MÖGLICHKEITEN
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