Donnerstag, 23. Mai 2019

Haus Kemnade - Wasserburg mit Kulturen-Vielfalt

Haus Kemnade - Rückseite

Wann die ursprünglich mittelalterliche Wasserburg Kemnade im Ruhrtal entstand, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich bedeutet der Name, dass die Burg als Kemenate ein Haus mit einem oder mehreren gemauerten Kaminen hatte - ein Luxus, den sich die Bauern der Umgebung nicht leisten konnten.
Die heutige Burg - im Stile der Renaissance und des Barock - entstand nach einem großen Brand 1589. Die Räume spiegeln darum auch ein wenig das Lebensgefühl der damaligen Zeit wieder.
Mehr zur Geschichte und Architektur von Haus Kemnade: hier
(wikipedia  - mit Fotos)


Hinzu kommt, dass sich die Burg zu einem kleinen Kulturzentrum entwickelt hat:
Neben den Möglichkeiten des Kulinarischen und des Festlichen lohnt der Blick in die Ausstellungssräume. Den Besuchern begegnen vier Themenbereiche:

  • etwa 1800 Musikinstrumente aus der Sammlung Hans und Hede Grumpt
  • mit Ostasiatika-Sammlung Ehrich (Außenstelle des Museums Bochum)
  • Schatzkammer Kemnade - Geldgeschichtliche Sammlung der Sparkasse Bochum:
    In den Räumen ist eine der größten Spardosensammlungen Deutschlands zu bewundern.
    Vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart finden sich hier alle denkbaren Spargefäße.
    Insgesamt wird die Geschichte des Geldes im weitesten Sinne vorgestellt. Weitere Informationen: Schatzkammer Kemnade
  • Der Kunstverein Bochum lädt zu wechselnden Ausstellungen ein, so dass beim Gang durch die Räume oft so nicht erwartete interkulturelle Begegnungen entstehen.
Übrigens - hinter der Burg befindet sich in einem sog. Vierständer-Fachwerkhaus seit 1971 das Bauernhausmuseum der Stadt Bochum.



Reich verzierter Kamin: Erschaffung Evas

Blick in die Musikinstrumentensammlung


Museumsraum - Ostasiatika

Buddha Maitreya,
Buddha der Zukunft
als kommender Weltenlehrer
Transportabler Buddha-Altar

Handgesten (Mudras) des Buddha
Links: Varada-Mudra-Wunscherfüllungsgeste
Rechts: Amitabha-Buddha
= Buddha des unermesslichen Lichtglanzes
 mit  Variation des Dhyana-Mudras
 = Mudra tiefer Erleuchtung



Ausstellung 2018/2019: Catwalk
Von Katzen, Hexen und Helden
Japanische Farbholzschnitte


In allen Kulturen und Religionen wird Geld gesammelt!


Begegnung mit indigenen Kulturen Afrikas und Asiens
Erinnerungen an den Jakobsweg - vgl.: Wege der Jakobspilger





Samstag, 4. Mai 2019

Leonardo da Vinci (1542-1619): Bewerbungsschreiben eines erfolgreichen Renaissance-Menschen

Schloss Clos Lucé, letzter Wohnort von Leonardo da Vinci (Wikipedia)
Der 500. Todestag des italienischen Universalgenies am 2. Mai war und ist vielfacher Anlass des Gedenkens und einer großen Zahl von Ausstellungen und Kulturveranstaltungen. Hier nur ein kleiner Einblick:


Plakat der Sonderausstellung in Grassau (Bayern), 2011

Neben all den Ehrungen und vielfältigen Artikeln sei hier auf eine kleine Besonderheit im Leben des 31jährigen Künstlers und Ingenieurs aufmerksam gemacht.
Die Genfer Tageszeitung Le Temps brachte  am 21. April 2016 einen Artikel, in dem sie ein Schreiben da Vincis zitiert und kommentiert,  in dem der gerade arbeitslose  "Experte" versucht, wieder Arbeit zu bekommen.
Der Originaltext der französischsprachigen Zeitung: hier

Wie man ein geeignetes Anschreiben formuliert
"1482 war Leonardo da Vinci arbeitslos. Zielgerichtet und die aktuelle Situation berücksichtigend, bleibt sein Brief fünf Jahrhunderte später ein Modell für alle Arbeitssuchenden ... Obwohl er weltweit für das rätselhafte Lächeln seiner Mona Lisa bekannt ist, wissen nur wenige, dass er einer der ersten Arbeitssuchenden war, der ein >Bewerbungsschreiben< formulierte. 


Castello Sforzesco, Mailand (wikipedia)
Im Jahre 1482 bat der damals 31jährige florentinische Künstler den Herzog von Mailand, Ludovico Sforza, um eine Stelle als Militäringenieur:
> (....) Ich habe eine Möglichkeit, sehr leichte und leicht transportable Brücken zu bauen, um den flüchtigen Feind zu verfolgen; andere stärkere, die Feuer und Beschädigungen widerstehen und auch leicht zu montieren und zu entfernen sind. Ich kenne ebenfalls Möglichkeiten, die Brücken des Feindes zu verbrennen und zu zerstören. (....) Ich kann Waffen, Mörser, Feuerwehr-Fahrzeuge in einer praktischen Form bauen, die sich von denen derzeit im Gebrauch befindlichen unterscheiden. Wo Waffen nicht verwendet werden können, kann ich sie durch Katapulte und entsprechende Vorrichtungen ersetzen, um Funktionen mit überraschend effektiver und bisher unbekannter Wirksamkeit zu entwickeln. Schließlich kann ich auf jeden Fall unendlich viele (technische) Angriffsmöglichkeiten herausfinden (....)
In Friedenszeiten glaube ich, dass ich jedem in der Architektur gleichkommen kann, private und öffentliche Denkmäler bauen und Wasser von einem Ort zum anderen transportieren kann. (....) In der Malerei kann ich durchaus leisten, was auch andere können, was das auch immer sein mag. (....) Und wenn Ihnen eines der oben genannten Dinge unmöglich oder undurchführbar erscheint, biete ich Ihnen an, in Ihrem Park oder an einem anderen Ort eine praktische Durchführungsprobe dessen vorzulegen, was sich Ihre Exzellenz wünscht. Dies in demütiger Empfehlung.<



Nachbau eines Panzerwagens
 im Freigelände des Schlosses Clos Lucé
(wikipédia.fr)
Leonardo da Vinci war nicht lange arbeitslos. Er erhielt schnell die gewünschte Position. Welche Lehren können wir aus seinem Anschreiben ziehen? Erstens ist es interessant, diese einfache Wahrheit zu beachten, der der geniale Erfinder buchstabengetreu folgt: Die wichtigste Motivation einer Person ist ihr eigenes Interesse. Im 15. Jahrhundert waren die Bedrohungen durch Invasionen ungebrochen. Wie jedes Staatsoberhaupt war eine der wesentlichen Aufgaben des Herzogs die Verteidigung des Territoriums. Bevor Leonardo da Vinci seinen Brief schrieb, analysierte er nämlich ausführlich die Bedürfnisse von Ludovico Sforza. Anschließend listete er seine zehn größten technischen Kriegsmaschinen auf und konzentrierte sich dabei auf seine militärischen Kenntnisse und  Seine Talente als Maler, für die er heute bekannt ist, wurden erst am Ende des Briefes anekdotisch erwähnt.

Der Arbeitgeber ist wie der Käufer. Vor allem will er wissen, wie gut der Kandidat für die Stelle sein wird. Wie der Herzog von Mailand stellen sich alle Arbeitgeber die Frage: Wird dieser Bewerber meine Probleme lösen können? Eine gut geschriebene und dokumentierte Bewerbung spricht dieses Anliegen klar und präzise an. "Die meisten Menschen rezitieren in ihren Anschreiben, was sie in der Vergangenheit getan haben", sagt Marc Cenedella, Gründer der Jobbörse theladders.com. Aber in einem Geschäft würde man nie ein Produkt kaufen, dessen Verpackung nur beschreibt, wie es hergestellt wurde. Der Arbeitgeber ist wie der Käufer. Vor allem will er wissen, wie gut der Kandidat für die Stelle sein wird .... Mit anderen Worten, ein gutes Bewerbungsschreiben ermöglicht, neben dem ...   Lebenslauf hinaus - das Wesentliche für den Arbeitgeber anzusprechen: die Interessen seines Unternehmens."



Manuskript von Leonardo da Vinci.  Museum: TheTech, San José, California




Grabplatte in der Hubertuskapelle auf Schloss Amboise






Mittwoch, 1. Mai 2019

Nachrichten und Nachdenkenswertes - April 2019

30.04.2019
               Die Geschichte der Walpurgisnacht
               (HarzLife, abgerufen 30.04.2019)

26.04.    Wenn Trauer in Gewalt umzuschlagen droht:
               Sri Lankas Muslime haben Angst (NZZ, 25.04.2019)
25.04.    Die Terroranschläge in Sri Lanka - Angriffe auf Christen
               (ZEIT online, Dossier)

24.04.    Christianophobie / Christenhass:
              Werden die Christen Asiens die neuen Christen des Orients?
                                                                        Christianophobie: les chrétiens d'Asie,
               vont-ils devenir les nouveaux chrétiens d'Orient?

                 Valérie Toronian in: Revue des Deux Mondes, 23.04.2019


St. Antonius-Kirche, Colombo, eines der Anschlagsziele
am Ostersonntag 2019 (Wikipedia.en)

23.04.   Ostern in Mossul - Die Christen beten für die Rückkehr ihrer Angehörigen
              Pâques à Mossoul, les chrétiens prient pour le retour de leurs proches
              (La Croix, 22.04.2019)

22.04.   Tag der Erde / Earth Day am 22. April: 
              SOS = Save Our Species - Rettet die Arten

20.04.   Liberal-Islamischer Bund (LIB):
              Positionspapier: Frauen als Vorbeterinnen (Dialog-Journal)

20.-27.04.   Pessach - Passah
19./21.04.  Karfreitag und Ostern
17.04.   Notre Dame de Paris - Interkultureller Lern- und Gedächtnisort
             --- 
nach der Brandkatastrophe (Dialog-Journal)
15.04.   Notre Dame de Paris:
             Nicht nur ein unersetzliches Kultursymbol verbrennt ...




15.04.   Friedrich Schleiermacher: Der verborgene Gott -
             das Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit - eine Theologie der Begrenzung
             (Ein-Sichten, 15.04.2019)

14.04.   Die Templer-Komturei in Coulommiers (Brie, Île de France)
             (Dialog der Religionen)

12.04.   Michel Houellebecq und die Islamisierung Europas
              (Ein-Sichten, 12.04.2019)
12.04.   ÖRK-Ausschuss fordert erneut die Freilassung der Erzbischöfe von Aleppo,
              die im April 2013 entführt wurden
              (Ökumenischer Rat der Kirchen [ÖRK/WCC], 09.04.2019)

09.04.   Ausländische Geistliche - Gesucht: "Islam der Muslime in Deutschland"
                  Mehr Imame mit deutschem Diplom, weniger Imame aus dem Ausland.
                  Berlin will Ankaras Einfluss auf Moschee-Vereine zurückdrängen
                  und das Aufenthaltsrecht verschärfen.
                  Machen deutsch-muslimische Gemeinden da mit?
                  (Deutsche Welle, 08.04.2019)

08.04.     Wieder im Blickfeld:
               Romain Rolland - Literaturnobelpreisträger im Dienst des Friedens
               (Dialog-Journal, 08.04.2019)

07.04.    Neue Verhaftungswelle
              gegen saudi-arabische Menschenrechtsaktivisten

              (El Mundo, Madrid, 05.04.2019)



Ehem. Zisterzienserabtei Maulbronn (Wikipedia)
07.04./14.04./21.04.  - Das Vermächtnis der Zisterzienser  --- Dokumentation in 3 Teilen

05.04.      Muslim-Fashion Schau in Frankfurt/M.
                 --- Bildergalerie (Hessenschau, 04.04.2019)
                 --- Une exposition sur la mode musulmane fait polémique en Allemagne
                      (Courrier international, 04.04.2019)
                 --- Noch ein Streit ums Kopftuch [schon vor der Eröffnung]
                      (Augsburger Allgemeine, 02.04.2019)

02.04.      Nach dem Papstbesuch in Marokko -
                Die Deutsche Bischofskonferenz und  der Dialog mit dem Islam
                (Interreligiöses Dialog-Journal)

01.04.     CPNN - Culture of Peace News Network - Bulletin, April 2019:
                Klima-Demonstrationen, Friedenserziehung, Menschenrechte, Toleranz