Samstag, 12. Januar 2019

Achtsamkeit und Engagement --------- buddhistischer Friedensort in Waldbröl

Eingang zum "Europäischen Institut für Angewandten Buddhismus (EIAB)
in Waldbröl - mit der Inschrift : Frieden in mir - Frieden in der Welt

Der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh gehört neben dem Dalai Lama zu den bekanntesten buddhistischen Meistern. Er wurde am 11.10.1026  in Nguyễn Xuân Bảo in Thừa ThiênZentralvietnam geboren und bereits mit 16 Jahren zum buddhistischen Mönch ordiniert. Thích ist ein Ehrentitel vietnamesischer Mönche.
Schon früh setzte er sich für ein friedliches Zusammenleben ein und kam durch sein Friedensengagement im Vietnamkrieg auch mit der USA-Administration in Konflikt, so dass er lange nicht in die USA einreisen durfte.


Achtsamkeitstag in Waldbröl 2011


















Thich Nhat Hanh, selbst Zen-Meister, gehört zu den Mitbegründern eines "Engagierten Buddhismus", der sich unabhängig von einzelnen buddhistischen Schulen sieht.
So entstand als konkrete Realisierung seines Denkesn und Handelns 1964 auch der 
Tiep-Hien-Orden“ , übersetzt ins Englische Order of Interbeing, im Deutschen Intersein-Orden. Er versteht sich als eine „spirituelle Widerstandsbewegung“, die den inneren Frieden umsetzt in friedvolles Handeln auch auf der gesellschaftlichen Ebene. 

Neben dem Leben in seinen Klostergründungen reiste er bis zu seinem Schlaganfall 2012 zu Vorträgen und Meditationen rund um die Welt.
Thich Nhat Hanh beim Achtsamkeitstag 2011


Als letztes größeres Projekt gründete er im September 2008 das "Europäische Institut für Angewandten Buddhismus" (EIAB) in Waldbröl (Bergisches Land). Dort leben eine Reihe von (überwiegend) vietnamesischen Mönchen und Nonnen.
Dieser Ort hat allerdings eine unrühmliche Geschichte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde hier mit einem Riesenprojekt begonnen: Ein Volkstraktorenwerk, Adolf-Hitler-Schule, Aufmarschgelände, Kraft-durch-Freude (KdF) Hotel im Blick auf eine Stadt, die schließlich 300.000 Einwohner haben sollte.
Nur einige Reste sind von den angefangenen Bauten geblieben, darunter das ehemalige Kdf-Hotel, das nun das EIAB beherbergt = ein deutliches Zeichen gegen die Gewalt und für den Frieden. Nun werden hier Kurse zur Achtsamkeit und praktische Übungen im Sinne eines Engagierten Buddhismus abgehalten. Interessierte - unabhängig von ihrer Religion oder Weltanschauung  - sind herzlich eingeladen.

Mehr zur Geschichte -  Oberberg-Nachrichten vom 21.04.2013:
 Außergewöhnliche Orte im Oberbergischen - Hitlermauer und Volkstraktorenwerk.



EIAB-Hauptgebäude (ehem. KdF-Hotel)
Aus der Selbstbeschreibung des EIAB:
„Die Übenden lernen, sich stets ihres Körpers, ihres Geistes, ihrer Rede und ihres Handelns bewusst zu sein und die buddhistischen Lehren so anzuwenden, dass sie Stress und körperliche Schmerzen reduzieren sowie schwierige Emotionen und geistiges Leid wahrnehmen, annehmen und transformieren können. Die Übung der Achtsamkeit ist auch Grundlage des Konfliktlösungstrainings für Paare, Familien und Gruppen sowie für den Arbeitsalltag. Das EIAB möchte vor allem auch jungen Menschen helfen, eine spirituelle Dimension in ihrem Leben zu finden.
Die DharmalehrerInnen des EIAB geben ihr Verstehen und ihre Erfahrungen nicht nur durch Worte weiter, sondern auch durch ihre Gegenwart und die Art, den Alltag zu leben. KursteilnehmerInnen leben zusammen mit der ordinierten Gemeinschaft und profitieren so unmittelbar von der kollektiven Energie der Achtsamkeit und Konzentration. Von einer harmonischen Gemeinschaft umgeben zu sein, ist die beste Unterstützung für die Übenden."



In der Eingangshalle des EIAB




Im Garten vor der Mensa
Der Diamant-Stupa der Einschließlichkeit  (21 m Höhe)
 - aus Säulenelementen,
die im Keller des Hauses gefunden wurden.


Die große Glocke des Mitgefühls im Stupa
Höre mit Mitgefühl


Einer von mehreren meditierenden Buddhas
am Rand des Stupa








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