Mittwoch, 27. September 2017

Engel-der-Kulturenpreis, September 2017--------- für Karin und Reinhard Kirste

Die PREIS-Skulptur in der InterReligiösen Bibliothek
Das inzwischen auch international bekannte Toleranz-Projekt "Engel der Kulturen" des Künstlerpaares Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid bekommt durch die Gründung der Engel-der-Kulturen-Stiftung eine weitere Verdichtung. 
In diesem Zusammenhang wird an  interreligiös Engagierte auch ein (undotierter) Preis verliehen. Dieser ist mit einer besonderen Skulptur verbunden:

Sie entsteht durch die Planung und den Aufbau der Säule für Jerusalem:
Die Metallkerne der Bodenintarsien werden seit Jahren aufeinander geschichtet, so dass aus ihnen schließlich eine immer höher werdende Säule entsteht. Um diese zu stabilisieren, müssen auch die runden Kernstücke noch einmal durchbohrt werden. Durch die entstehende Mittelöffnung wird eine Stahlstange geschoben. Damit wird die über 2 Meter hohe Säule fest gesichert.

Ein für die Jerusalemsäule vorbereitetes Kernstück des Engels

Die bei der Herausarbeitung übrig gebliebenen Teile haben die Künstler zu einer "Würdigungsskulptur" gestaltet. 
Sie materialisiert in gewisser Weise den Engel-der-Kulturen-Preis.
Im Rahmen einer Veranstaltung der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A) am
24. September 2017 in Köln wurde dieser Preis Karin und Reinhard Kirste für ihr langjähriges Engagement im Sinne einer friedvollen Begegnung der Religionen überreicht.






Überreichung des Symbols
(Foto: Werner Heidenreich)


CC


---- West-östlicher Divan Iserlohn ---- Unterwegs zum Leben ...

Einladung

WEST-ÖSTLICHER DIVAN 
Baustelle Kulturbrücke Nr. 140
Donnerstag
5. Oktober 2017
um 17.00 Uhr
Ev. Erlöserkirche    Iserlohn-Wermingsen

Im Wiesengrund, Ecke Westfalenstr.

    


     Unterwegs zum Leben

Die politische Landschaft hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Radikale Parteien und Gruppierungen gewinnen beunruhigenden Zulauf. Viele der Protestierenden und Abgrenzer meinen offensichtlich, dass das Leben an ihnen vorbei gegangen sei.
Das nötigt zu intensivem Nachdenken:
1.  Wie sieht es heute und hier mit unseren eigenen Lebensentwürfen aus?
Macht sich Enttäuschung breit oder zeigt sich Hoffnung als wirkmächtige Kraft?
2.  Auch die Reformation vor 500 Jahren signalisierte eine große Umbruchsituation. Sie ermöglichte jedoch zugleich Befreiung zu einer neuen Lebensanschauung.
3. Die Konsequenz kann darum nur lauten: Carpe diem = Pflücke die Zeit

In diesem Sinne laden wir Sie herzlich
zum Mitdenken und Mitreden ein:

Schahla Katebini - Renu Varandani    - Friedrich Petrasch - Reinhard Kirste

Samstag, 16. September 2017

Sichtbares und hörbares Zeichen für den Frieden: Die Weltfriedensglocke in Berlin-Friedrichshain


Die Berliner Weltfriedensglocke wurde kurz vor dem Mauerfall  am 1. September 1989 und 44 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs im damaligen Ostberlin, der Hauptstadt der DDR, eingeweiht. Die Weltfriedensglocken in 24 weiteren Städten wie z.B. in New York  und Warschau sowie ähnliche Glockenaktionen in Rovereto und Telfs betonen die intensive Sehnsucht, dass die Welt friedlicher werde. Darum ist es wichtig, mehr und mehr solche Landmarken des Friedens zu setzen.
Erinnerung an Hiroshima und Nagasaki - 6. und 9. August 1945
Die
Weltfriedensglockengsellschaft Berlin erläutert auf ihrer Webseite, wie das Symbol der Friedensglocke in den Volkspark Friedrichshain kam. Es ist und bleibt der sichtbare Ausdruck des Engagements für den Frieden angesichts der verheerenden Konflikte, die immer wieder große Teile der Menschheit erleiden müssen:

Die Idee der Weltfriedensglocken "wurde von Chiyoji Nakagawa (1905 – 1972), einem Überlebenden der Atombombenabwürfe von 1945, geboren. Mit seinen Freunden sammelte er Münzen aus vielen Ländern, die dann mit metallenen Trümmern Hiroshimas verschmolzen wurden. Nachdem der Beschluss gefasst wurde, Weltfriedensglocken auch für andere Städte der Welt zu gießen, wurde 1982 die Gesellschaft für Weltfriedensglocken gegründet.
Eine Weltfriedensglocke für Berlin Im Dezember 1988 trug die „World Peace Bell Association“ die Bitte an Manfred Schmidt, Botschafter der DDR in Japan heran, zum 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs eine Friedensglocke in Berlin aufstellen zu dürfen. Auf seine entsprechende Mitteilung erhielt M. Schmidt vom Außenministerium der DDR die Antwort, dass der Magistrat von Berlin und der Deutsche Friedensrat die Glocke gemeinsam in ihre Obhut nehmen werden. Von japanischer Seite wurde gewünscht, dass der Standort in repräsentativer und zentraler Lage liegen sollte. So wurde entschieden, den Tempel mit Glocke am Großen Teich im Volkspark Friedrichshain, in unmittelbarer Nähe des Alexanderplatzes und der Gründungsstätte von Berlin – der Nikolaikirche, zu errichten. Der Magistrat von Berlin beschloss die Glocke im Volkspark Friedrichshain aufzustellen, als Symbol des Willens, dass auch künftig glückliche Menschen ohne Angst vor einem Krieg leben können. Von der „Stadt des Friedens“ soll mit dem Glockenklang der erklärte Wille Berlins hinausschallen, dass der Geist der Abrüstung, des Dialogs und der Völkerverständigung überall siegen möge. 
Ein japanischer Pavillon von DDR-Handwerkern gebaut Der kleine Glockentempel ist nach japanischen Entwürfen von deutschen Handwerkern kunstfertig errichtet worden. Der Angermünder Kunstschmied Wilfried Schwuchow errichtete das Kupferdach mit den Ornamenten und montierte die Glocke. Die 100 cm hohe Bronzeglocke hat einen Durchmesser von 60 cm und ein Gewicht von 365 kg. Sie trägt die Inschrift „Weltfrieden„. Den Pavillon im japanischen Stil entwarf der Berliner Architekt Klaus Wieja aus dem VEB Denkmalpflege und die Brigade Wolfram aus der Werkstatt Holz, errichteten den Pavillon. Handwerker vom VEB Stuck und Naturstein montierten das Podest aus Sandstein und der Kunstschmied und Metallrestaurator Herr Wilfried Schwuchow aus Angermünde fertigte das Kupferdach und die Glockenaufhängung.
Münzen zu Glocken
Die in Berlin-Friedrichshain hängende japanische Glocke wurde aus Münzen der damaligen 104 UN-Mitgliedsstaaten gegossen und trägt auf Japanisch und Deutsch das Wort „
Weltfrieden“. In ihr sind Münzen aus über 100 Ländern der Erde, darunter zwei Kilo 20-Pfennig-Stücke aus der DDR, mit eingeschmolzen worden. Und Herr Takayama betonte, dass in ihr „die Friedenswünsche der Völker enthalten sind“. Von den 25 Friedensglocken weltweit, die von der Weltfriedensglockengesellschaft, einer Association der UNO, errichtet wurden, haben zwölf diese besondere Legierungsart.
Einweihung der Weltfriedensglocke Die Weltfriedensglocke wurde am 1. September 1989 an die Stadt Berlin feierlich übergeben – als ein Symbol der Mahnung zum Frieden. Anwesend waren höchste Regierungsvertreter, gesellschaftlicher Repräsentanten der DDR und breite Bevölkerungs-schichten. Tief bewegt übergab der Vizepräsident der World Peace Bell Association (Gesellschaft Weltfriedensglocke) Kayo Takayama aus Japan die 365 Kilogramm schwere Glocke an die Hauptstadt der DDR. Begleitet vom Beifall der Kundgebungsteilnehmer am 01.09.1989 läutete die Tochter des antifaschistischen Widerstandskämpfers Anton Saefkow, Dr. Bärbel Schindler-Saefkow, und die Japanerin Sachiko Wakizaka von der „World Peace Bell Association“ gemeinsam die Weltfriedensglocke von Berlin ein. Hunderte Tauben stiegen danach in den Himmel. Mit dem Lied vom einfachen Frieden klang dieses bewegende Meeting am 01.09.1989 aus. All dies unterstreicht den von der UNO verliehenen Berliner Ehrentitel „Stadt des Friedens“.

Die Weltfriedensglocke heute

Heute gehört die Weltfriedensglocke zum Kleinod des wiedervereinigten Berlins. 
Zwei Gedenktafeln unter der Glocke, gestiftet vom Verein der Friedensglockengesellschaft Berlin e.V., erinnern an die Opfer der US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki von 1945. Die Erinnerungstafel des Senates von Berlin steht für Dialog, Versöhnung, Völkerverständigung und als Brückenschlag für eine Welt des Friedens."
CC

Sonntag, 10. September 2017

Schrift und Bild im Islam


Der Hl. Koran  (Schriftsymbolik)
umgeben von den Namen Mohammeds
und seinen Nachfolgern
Das aus dem Judentum bekannte Bilderverbot findet sich auch im Islam wieder: Gott und Göttliches sind jenseits jeglichen Abbildes. Darum darf Gott und alles damit Zusammenhängende nicht dargestellt werden. 
Vgl. Christiane Gruber: Realabsenz - Gottesbilder in der islamischen Kunst zwischen 1300 und 1600
(über: academia.edu, 27 S.)

Das hat dazu geführt, dass die Verschriftlichung des göttlichen Wortes im Koran besondere Bedeutung erfuhr. So entwickelte sich eine herausragende Schriftkunst: die Kalligrafie = das "schöne Schreiben". Sie ist ein wesentlicher Teil islamischer Kultur. Erstaunlicherweise gibt es dennoch für die Darstellung der Natur und des Menschlichen einen mehr oder minder großen Spielraum.
(Vgl. Wolfgang Günter Lerch: Gibt es ein Bilderverbot im Islam?  in FAZ online vom 07.01.2015).


Literaturhinweise:
  • Ernst Kühnel: Islamische Schriftkunst.
    Graz: Adeva 1986, 92 S., Abb. 
  • Islamic Calligraphy - Calligraphie Islamique.
    Sacred and Secular Writings - Textes sacrés et profanes.
    Musée d'art et d'histoire et Trésors de l'Islam.
    Genève 1986, 200 pp., illustr.

    Katalog der Ausstellungen 1988 und 1989 in Genf, Dublin, London, Zürich, Amman
  • Andreas Ismail Mohr: Kalligrafie im  Islam.
    Die Kunst des schönen Schreibens (2010)
  • Jamel Eddine Bencheikh: Le voyage nocturne de Mahomet suivi de l'aventure de la parole.
    Paris: Imprimerie Nationale 1988, 303 pp., illustr.
  • The Miraculous Journey of Mahomet. Mirâj Nâmeh.
    Bibliothèque Nationale, Paris.
    Manuscrit Supplément Turc 190)
    Introduction and Commentries by Marie-Rose Séguy.
    New York: George Braziller 1977, 158 pp., illustr.


Cover: Harou Malek Bakchi:
Mohammed und der mehrköpfige Engel.
Aus: Das Buch von der Himmelsreise
 des Propheten - Miradj nameh -1436
Bibliothèque Nationale de France, Paris
  • Sergio Jona: Mohammed. Eine Bildbiographie in Farbe.
    Luxembourg: Hasso Ebeling 1981, 77 S., Abb.
  • Pierre Lory: Le rêve et ses interprétations en islam.
    (Der Traum und seine Interpretationen im Islam)  
    Spiritualités vivantes 286.
    Paris: Albin Michel [2003], 2015, 421 pp.
  • Mohammed in der islamischen Kunst 
    (gesammelt von einem Islam-Kritiker)
  • Maxime Rodinson: Muhammad.
    Translated from the French by Ann Carter --- London / New York: Penguin Books. Second English Edition 1971
  • Ziauddin Sardar: Muhammad - Aspects of His Biography.
    London: The Islamic Foundation
    1978, 68 pp., illustr.

Vgl. auch: Der Koran - Vielfalt der Übersetzungen und Kommentare



 Bismillah: Im Namen Gottes, des Gnädigen
und Barmherzigen 
 - und ein Koranvers rechts






Seite aus einem andalusischen Koran
des Mittelalters (Wikipedia)







Mohammed und Jesus auf dem Weg zum Propheten Jesaja
Illustration in: Al-Biruni: Athar al-Baqiya 
(= Chronologie der alten Nationen),
 um 1000 n. Chr. entstanden,
aus der Handschrift von 1307 (
Universitätsbibliothek Edinburgh) 

Zakariya, Yahya, Maryam and ‘Isa/Jesus 
Islamic Miniature, Falnama India 1610,
Khalili Family Trust, London
























Franz-Josef Vollmer (Texte):
Angels and Madonnas in Islam. 

Berlin 2015, 115 S., Abb
.










Cover: Freikauf des Sklaven Salman al-Farsi
durch Mohammed.
Miniatur von Siyer-i Nebi,
spätes 17. Jh.
Museum für Türkische und Islamische Kunst,
Istanbul


CC