Samstag, 23. Juli 2016

Traditionale Religionen - Bildbeispiele

Die traditionalen Religionen weltweit haben für ihre Riten und heiligen Orte eine intensive Symbolik entwickelt. 

Mehr zur Thematik: hier


Bildbeispiele

Kykladen-Idol, ca. 2500 v. Chr.






Bemaltes Ei der Aborigines (Australien)



Lebensbaum aus Mexiko

Opferschale aus Guatemala





Magischer Stab - Nepal


Phurbu (Zauberstab), Tibet













Samstag, 9. Juli 2016

MATERIAL DIGITAL in der InterReligiösen Bibliothek (IRB)


Die Sammlung der über Open Access zugänglichen Zeitschriftenaufsätze und Materialien wurde überarbeitet
und befindet sich nun auf einer weiteren Seite InterReligiösen Bibliothek (IRB):

Zeitschriften --- Material digital: hier



                                                                              

Dienstag, 5. Juli 2016

Meditativer Campusgang 2016: „Kraft und Energie schöpfen“

Kraft und Energie schöpfen, sich Zeit nehmen,
nachdenken und sich austauschen.
Das sind die Ziele des heutigen Campusgangs.


Nach jeder Station wird, ähnlich dem Vorgang im Seminar, die Klangschale geschlagen, sodass ein Zeichen für eine Minute Stille gegeben wird. Die Wege zwischen den einzelnen Stationen dienen dem Austausch der Studentinnen und Studenten. In Kleingruppen kann das Gehörte gemeinsam durchdacht und besprochen werden.
Als Ausnahme ist die Station 5 zu nennen. Nach dem Hören des Textes wird der Gang zum Seminarraum in Stille vollzogen. Im Seminarraum wird nach dem Läuten der Klangschale das Gehörte besprochen.

Station 1: „Zukunft“



Die erste Station „Zukunft“ findet in der obersten Etage der EF 50 statt. Der Blick über Häuser, Felder oder hin zum Fußballstadion soll einen Blick in die Weite, in die Zukunft symbolisieren. Die Zukunft, wie wird sie aussehen? Was wird uns erwarten? Mystische Gedanken entwickeln ein Bild, wie es sein könnte. Ist dies für uns wünschens- oder erstrebenswert? Möchten wir eine Welt, in der das Internet als altmodisch und Kommunikation als überflüssig gilt?

Die Stadt ist groß, kalt und grau.
Kilometerhohe Türme, Glasfassaden mit dunklen Streben und nirgends eine Straße.
Es gibt keine Autos. Eisenbahn? Flugzeug? Was war das?
Das schwebende Rohr durchpflügt die Luft und dockt am Tower an.
Mystische Gestalten eilen durch den langen Gang. Sie sind ergraut.
Sie kommen nicht mehr zurück. 
Jeden Schritt machen sie zum letzten Mal.
Sie gehen dahin.
Internet? Was ist das? War das nicht dieses elektronische System,
das Kommunikation per Mausklick innerhalb von Sekunden ermöglicht?
Damals, vor Jahrtausenden?
Wie altmodisch.
Heute wird telepathisch kommuniziert.
Mehr noch, Verständigung ist längst passé, heutzutage ist die Antwort vor der Frage da.
Es gibt nichts mehr zu erzählen.
Keine Sprache.
Nichts.
Gar nichts. 
Die Gestalten
eilen durch
den Raum,
versinken

in
diesem
Nichts.
Maskenhaft
sind

ihre Gesichter,
augenlos, starr und schwer.
Sie verharren
in ihrem ausgehöhlten
Körper, der nicht Fleisch,
nicht Maschine ist.
Sie kennen keine Zeit: Sie sind allzeit bereit, ihre Aufgabe zu erfüllen.
Wie immer sie auch sein mag.
Sie wissen nicht, dass sie existieren. Man wird nicht mehr geboren.
Man ist nur da. 
Sie leben nicht. Sie funktionieren.
Auf der Welt, die nicht die Erde ist.
Zu einer anderen Zeit.
Und sie werden niemals fühlen.
Oder kommt alles anders?
Werden wir glücklich sein und in größter Harmonie leben?
Auf einer anderen Erde? Einer Insel?
Mit Sand und Meer?
Mit saftigen Früchten und ewiger Sonne?
In zeitlosem Frieden?
Wir sehen uns in der Zukunft …
Quelle: Fischer, Kay (2006). Zeit im Sand.
25 Geschichten im Winde der Zeit und Vergänglichkeit.
Norderstedt: Books on Demand.







Station 2: „Insel der Gefühle“




Die große Weide, wahrscheinlich ein beliebter Ort, um sich etwas Ruhe zu gönnen und dennoch unter Menschen zu sein. Die stark hängenden Äste, die mit viel Grün fast bis auf den Boden reichen bieten eine schöne Möglichkeit dazu. 

Der gleiche Teich, mit unterschiedlich viel Wasser stellt sich als kleine Insel dar. 
Die Insel der Menschheit, die Insel der Gefühle – das Thema Zeit aus der ersten Geschichte wird aufgegriffen und macht deutlich, wie bedeutsam die Zeit für die Menschheit ist. In ‚Zukunft‘ wird ein zum jetzigen Zeitpunkt interessanter Aspekt sicherlich eine andere Bedeutung haben.  

Person 1 - Erzähler:
Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen zu Hause: der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und all die vielen anderen Gefühle.
Natürlich lebte auch die Liebe dort.
Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr an ihrer Insel.
Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe.
Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe:

Person 2 - Liebe:
„Reichtum, kannst du mich mitnehmen?“

Person 3 - Gefühl:
„Nein, das kann ich nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine.
Da ist kein Platz mehr für dich.“

Person 1 - Erzähler:
Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam.

Person 2 - Liebe:
„Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“

Person 3 - Gefühl:
„Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen. Hier ist alles perfekt
und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.“

Person 1 - Erzähler:
Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit.

Person 2 - Liebe:
„Traurigkeit, bitte nimm mich mit.“

Person 3 - Gefühl:
„Oh Liebe! Ich bin so traurig,
dass ich alleine bleiben muss.“ 


Person 1 - Erzähler:
Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen,
dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief. Plötzlich aber rief eine Stimme.

Person 3 - Gefühl:
„Komm Liebe,
ich nehme dich mit!“


Person 1
- Erzähler
:
Die Liebe
war so dankbar

und glücklich,
dass sie
ganz und gar
vergaß, 

ihren Retter
nach

seinem Namen
zu fragen.
Später fragte
die Liebe das Wissen.

Person 2 - Liebe:
„Wissen, kannst du mir sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“ 

Person 3 - Gefühl:
„Ja sicher - das war die Zeit.“

Person 2 - Liebe:
„Die Zeit? Warum hat mir die Zeit denn geholfen?“  

Person 3 - Gefühl:
„Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“
Quelle: http://www.harmonieyoga.de/html/schatztruhe.html


Station 3: „Trinken und Energie“



Wasser spielt in vielen Lebensbereichen einen wichtigen Aspekt - Trinkwasser, Wasser zum Baden, Wasser für Pflanzen aber auch Wasser zum Spielen und Toben. Wozu ist das Wasser wichtig? Auf der ‚Insel der Gefühle‘ überschwemmt das Wasser die Insel, die Gefühle müssen auf sich aufpassen. Welche Rolle spielt also das Wasser in unserem täglichen Leben? Ein Spruch von Antoine de Saint-Exupéry regt zum Nachdenken an. Das Wasser aus dem Trinkwasserbrunnen darf zwischen dem Vorlesen des Textes gekostet werden.


WASSER !
Du hast weder Geschmack, noch Farbe, noch Aroma.
Man kann Dich nicht beschreiben.

Man schmeckt dich, ohne Dich zu kennen.
Es ist nicht so, dass man Dich zum Leben braucht: 
Du bist das Leben.



Quelle: http://www.wasser-hilft.de/wasser_info.htm





Station 4: „Gingko Biloba“



Das Wasser aus den vorherigen Texten findet sich in dem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahre 1815 wider. Der Text befindet sich vor dem Gebäude Emil-Figge-Straße 61 auf einer großen Standtafel. Liest man den Text, befindet man sich genau zwischen der Tafel und einem gepflanzten Ginkgo-Baum, der zu einer kleinen Pause und zum Nachdenken einlädt.


Dieses Baums Blatt, der von Osten
meinem Garten anvertraut,
gibt geheimen Sinn zu kosten,
wie´s den Wissenden erbaut,

Ist es ein lebendig Wesen,
das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
dass man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
fand ich wohl den rechten Sinn,
fühlst du nicht an meinen Liedern,
dass ich Eins und doppelt bin?
Quelle: Johann Wolfgang von Goethe
http://www.ginkgomuseum.de/content/ginkgomuseum/goethe-und-ginkgo/das-gedicht/





Station 5: „Schweigen“ 



Um über all das bisher Gehörte nachdenken zu können, bietet sich ein Vers zum Schweigen an. Wir sind vielen nahe gekommen – der Zeit, der Insel, dem Wasser und den Pflanzen. Viele verschiedene Stimmen sollen in dem Kommenden gesammelt werden. 



Schweigen möchte ich, Christus,
und auf Dich warten.
Schweigen möchte ich, damit ich verstehe,
was in Deiner Welt geschieht.

Schweigen möchte ich, Dir nahe sein
 und allen Deinen Geschöpfen.
Ich möchte schweigen, damit ich unter den vielen Stimmen
 die Deine erkenne.
Ich möchte schweigen und darüber staunen,
dass Du für mich ein Wort hast.

Christus, ich bin nicht wert, dass Du zu mir kommst,
aber sprich nur ein Wort,
so wird meine Seele gesund. 

Quelle: http://www.die-bibel-lebt.de/spiritu.htm


Meditativer Campusgang „Kraft und Energie schöpfen“
von: Kristina Burghardt, Kathrin Enns, Jana Kerl & Jaqueline Thurau

TU Dortmund Sommersemester 2016
im Rahmen des Seminars „Interreligiöse Horizonte: Mystische Strömungen im Christentum und im Islam“



TU-DO, SoSe 2016/ Campusgang 2016-Stationen, 28.06.16, bearb. 05.07.16