Samstag, 27. Februar 2016

Der Goldkoran - Schönheit der Offenbarung

Goldkoran
- Faksimile-Ausgabe
Der Koran als geoffenbartes Wort Gottes ist mehr als ein Text zur Lebensorientierung für Muslime. Besonders die kalligrafisch herausragenden Koranausgaben aller Zeiten zeigen zugleich etwas von der Schönheit Gottes, die sich im niedergeschriebenen Text in poetisch-ornamentaler Weise spiegelt.
Ein einmaliges Prachtexemplar dieses Glaubens-Verständnisses beherbergt die
Bayerische Staatsbibliothek in München.

      DER GOLDKORAN - Codex Arab 1112.
Koranausgabe in einem Band.

Die Staatsbibliothek ermöglicht
eine digitale Bilderschau aller Seiten: hier


Der ADEVA-Verlag Graz hat eine exzellente
Faksimile-Ausgabe
 
im Jahre 2011 herausgebracht. 
Vollständige Ausgabe von Cod. Arab. 1112. 
Vol. CXVIII Codices Selecti. Graz: Adeva 2011, 184 Folios = 368 S.

Zum besseren und vertieftem Verständnis dient der inzwischen erschienene Kommentar von Markus RITTER (Islamwissenschaftler, Universität Wien) und dessen Assistentin Nourane BEN AZZOUNA. Graz: ADEVA 2015, 178 S., Abb. (deutsch und englisch). 

     Dieser Gold-Koran ist nicht eindeutig datierbar. Die Herkunft liegt im Irak bzw. im Iran, während der Seldschuken-Zeit und der Atabeg-Dynastien, also vermutlich zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. Der Einband stammt aus osmanischer Zeit (18. Jh.).
Die Besonderheit hier ist die Verwendung von vergoldetem Papier als Grundlage für die Schrift. Dies ist schwerer und fester als unvergoldetes Papier. Je nach Lichteinfall changieren die Seiten - aber das matte Gold überstrahlt nie den Korantext!
Markus Ritter schreibt: "Es bleibt das Ehrfurcht erzeugende Bewusstsein, beim Lesen und Rezitieren auf Gold zu schauen und Seite für Seite beim Umblättern kostbares Gold zu berühren" (S. 64).
Die Beschäftigung mit diesem einmaligen Koran-Exemplar erinnert zugleich daran, dass die im Text versammelten Suren zum einen Poesie und Ästhetik zum Ausdruck bringen. Zum anderen macht gerade diese sensible Schönheit des Textes deutlich, dass das Leben der Gläubigen von Achtsamkeit gegenüber dem geprägt sein soll, was in der Überschrift jeder Sure (ausgenommen Sure 9) steht: 


Im Namen Gottes des Gnädigen und Allbarmherzigen.

Weitere Hinweise zu Koranausgaben und deren Übersetzungen: hier


Von der Schönheit  G O T T E S

Besondere Schmuck-Markierung bei der Vers-Zählung
der jeweiligen Suren
Folie 37 a

Folie 184 b























Lizenzbedingungen
Creative Commons




Donnerstag, 4. Februar 2016

Tempel in Südindien

Panorama-Ansicht Mahabalipuram (7.-9. Jh.)
In Südindien hat sich eine erstaunliche Vielfalt  religiöser Tempelanlagen und Skulpturen seit dem 7. Jahrhundert erhalten. Ihre Architektur weicht erheblich von den nordindischen Hindu-Tempeln ab. Das hängt mit der geografischen Lage und der andersartigen geschichtlichen Entwicklung dieser Großregion zusammen. Die Unterschiede zeigen sich  besonders in Tamil Nadu - zum Teil ganze Tempelstädte - und Kerala mit eher kompakten Bauformen der Tempel.
In der kleinen Stadt Auroville (= Stadt der Morgenröte, 130 km södllich von Chennai/Madras) wurde die Vision einer universalen Stadt realisiert. Dort spielen die hinduistischen Göttergestalten keine Rolle. Der Wegbereiter dieses spirituellen Yoga-Zentrums, Sri Aurobindo (1872-1950) und die faktische Gründerin, seine Ehefrau Mirra Alfassa (1878-1973), vertraten eine stark vergeistigte Frömmigkeit (Details: hier).




TAMIL NADU: Mahabalipuram
 - Felsenreliefs
mit mythischen Erzählungen -
Shiva als Schlangengott







Der Gott Indra
auf seinem Reittier, dem Elefanten


Madurai: Sri Minakshi-Tempel





Götter-"Trinität": Brahma, Shiva, Vishnu

Shiva-Familie mit Ganesha und Parvati
 

Auroville: Matrimandir = Tempel der Mutter


Abendmeditation




KERALA: Thrissur
Vadakkumnathan-Tempel (für Shiva)


Jährliches Tempelfest
Thiruvananthapuram (Trivandrum), Hauptstadt Keralas,
mit dem Padmanabhaswamy-Tempel
 mit sagenhaftem Tempelschatz
Trivandrum: Tempelsee des berühmten Heiligtums




 Ortsfotos: Wikipedia.en und Bernd Wieland

Annäherungen an den Hinduismus

Indien ist das Land religiöser Vielfalt. "Hinduismus" ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Traditionen des Subkontinents. Aus der Arbeit in einem Seminar an der TU-Dortmund im Wintersemester 2010/2011 ist mit der Zeit eine kommentierte Materialsammlung entstanden. Sie geht auf hinduistische Prägungen in der Geschichte Indiens bis zur Gegenwart ein. Dazu gehören auch die mystische und politische Strömungen.