Montag, 29. Juli 2019

Die Reformation - eine europäische Bewegung (aktualisiert)

St. Thomaskirche Straßburg, seit 1524 lutherisch
Mehr bei Wikipedia: hier
Was in Wittenberg im
16. Jahrhundert durch Martin Luther schließlich zu einem Umbruch des gesamten mittelalterlichen Europas führte, hat viele Entwicklungen bestärkt, die sich seit über 100 Jahren zuvor ankündigten: teilweise extreme politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen. In besonderer Weise ermöglichte auch der Buchdruck eine äußerst schnelle Verbreitung der reformatorischen Schriften. 
So sei hier der Blick nicht nur auf Martin Luthers Reformation und Mitteldeutschland gelegt, sondern auch auf eine Reihe anderer europäischer Regionen:

Fenster: Kirche St. Sauveur, Straßburg

Weiteres:
  • Dokumentarfilm: Reformation in Europa
  • Nur Vorläufer?
    Die böhmische Reformation (Deutschlandfunk, 04.11.2016)
  • Krisen und Reformen im Zeitalter der Konfessionalisierung
    (1500-1618)  --- Universität Zürlich: Legal History Onlinline
  • Geoffrey R. Elton: Europa im Zeitalter der Reformation 1517-1559. 
    München: C.H. Beck 1982, 2. überarb. Aufl. 326 S., Personenregister
  • Scott H. Henrix: Recultivating the Vineyard.
    The Reformation Agendas of Christianization
    Louisville (USA) / London (UK): Westminster John Knox 2004, 254 pp., index
  • Bernard McGinn: Mysticism in the Reformation, 1500-1650, Part 1
    New York City: Crossroads 2017, 350 pp.
    Oskar Thulin (Hg.): Reformation in Europa.
    Berlin: EVA 1967, 352 S., Abb., Zeittafel, Personenregister



Tim Dowley: Der Atlas zur Reformation in Europa
Neukirchener Verlag 2016, 160 S.
(mit zahlreichen Karten, Grafiken und umfangreicher Zeitleiste)
Leseprobe mit Libreka  --- Coverdownload
Weiterführend:



Interkulturelle und interreligiöse Organisationen: national und international (Auswahl A-Z)


Seit dem ersten Weltparlament der Religionen in Chicago 1893 ist unübersehbar geworden, dass Menschen aller religiösen Traditionen sich verstärkt für ein friedvolles Zusammenleben bewusst einsetzen wollen, um Brücken der Verständigung und der Versöhnung zu bauen. 
Die beiden Weltkriege haben die internationalen Bemühungen zwar unterbrochen, aber diese wichtigen Impulse blieben erhalten und haben
sich nach dem 2. Weltkrieg wesentlich verstärkt.





Sonntag, 28. Juli 2019

Die Göttinnen von Mekka in vorislamischer Zeit (aktualisiert)

Mekka im Jahr 1718 (Wikipedia.en)
Bevor der Islam die wichtigste Religion der arabischen Halbinsel wurde, gab es dort eine große Göttervielfalt. In der Stadt Mekka, einer Wüstenoase, zugleich Handelszentrum und bedeutender Pilgerort, wurden viele Götter verehrt, besonders drei Göttinnen
Im Hof des Heiligtums standen wahrscheinlich 360 Götterbilder für jeden Tag des Jahres ein Gott bzw. eine Göttin. Im Zentrum befand sich die Kaaba mit dem Bild des Gottes Hubal  und auch der heilige schwarze Stein (ca 25 cm Durchmesser, in drei Stücke zerbrochen und von einer Silbereinfassung gehalten).
Das Lexikon zu den Religions-Sendungen des österreichischen Fernsehens (ORF) beschreibt die damalige Situation sehr schön:
Die Göttin Al-Lat
auf einem Kamel

Relief aus Ta'if in Saudi-Arabien,
um 100 n. Chr.
(Wikipedia)
"Es gilt als gesichert, dass dort dem Gott Hubal und den altarabischen Göttinnen Al-Lat, Manat und Uzzat
 
[= Al-Uzza] gehuldigt wurde. Sie waren Tochtergottheiten von „Al-Lah“ ( = der Gott), der im damaligen Pantheon jedoch nur ein Gott einer unter mehreren war. Diese Zeit des Polytheismus wird im Arabischen als „Dschahilija“ (Zeit der Unwissenheit) bezeichnet.
Auch durch die regelmäßigen Pilgerströme entwickelte sich Mekka, das in einem unfruchtbaren Tal zwischen zwei Bergketten liegt, zu einem Zentrum des Handels. Davon profitierten vor allem einige Clans des Stammes der
Quraisch, der damals Mekka beherrschte. Auch der islamische Prophet Mohammed gehörte den Quraisch an, allerdings aus einem verarmten Zweig. Jene Familien, die vom den Pilgeraktivitäten am meisten profitierten, standen dem Islam zunächst feindlich gegenüber. Daher setzte sich Mohammeds neue Glaubenslehre in seiner Geburtsstadt erst durch, nachdem er sie im Jahr 630 erobert hatte."

Der heilige Stein an der Kaaba - Hintergründe
"Die Araber besaßen keine Götterbilder, sondern verehrten heilige Steine (Baityl), die meist unbearbeitet blieben. Diese wurden berührt, geküsst und umkreist: nach Ibn al-Kalbi nannte man den Umlauf tawaf طواف / ṭawāf – wie im Islam – oder, vor allem in der vor- und frühislamischen Poesie, dawar. دوار / dawār.
Solche Steine nannte man al-ansab الأنصاب / al-anṣāb; Ibn al-Kalbi schreibt: „Die Araber besaßen staubfarbige Steine, die sie aufgestellt hatten. Sie umkreisten sie und opferten bei ihnen. Sie nannten sie al-anṣāb“. Bei den Kultsteinen wurden Tiere geopfert und jene mit dem Blut besprengt oder bestrichen. Solche Steine werden schon von Herodot beschrieben.
Die Kaaba (الكعبة) in Mekka – nach islamischem Glauben von Ibrahim errichtet und angeblich himmlischen Ursprungs – war bereits in vorislamischer Zeit ein bedeutendes Heiligtum. Muhammad ibn Saʿd berichtet, dass der Stein ursprünglich auf dem Berg Abu Qubais bei Mekka verehrt wurde; erst vier Jahre vor Mohammeds ersten Offenbarungen stellten die Quraisch den schwarz gewordenen Stein in der Stadt auf. Der Koranexeget Mudschāhid ibn Dschabr erklärt die Farbe des Steines mit der Sitte der Polytheisten, die den Stein mit Blut zu beschmieren pflegten. Somit erfüllte dieser Stein die Funktion anderer ansab. Innerhalb des heiligen Bezirkes befand sich nicht nur der berühmte schwarze Stein, sondern auch die Figur des Hubal aus rotem Karneol und der heilige Brunnen Zamzam. Die „ansab“ waren unbehauene Steine, die man in Privathäusern/Zelten aufstellte; nach und nach sind sie durch Idole (ṣanam/aṣnām) als geformte Statuen ersetzt worden. Nach Auskunft von al-Azraqi gab es in Mekka am Vorabend des Islams kein Haus ohne Idol"
(aus Wikipedia: Altarabische Gottheiten).
    Weitere Informationen


Totenbankett des Maliku, Palmyra, 2. Jh. n. Chr. (Detail)
Buchcover: Aux sources du monde arabe. Paris 1990
CC


Samstag, 27. Juli 2019

Maghreb, Mittelost und Süd(-Ost)-Asien: Geschichte, Minderheiten, Länderprofile (aktualisiert)

Durch die Revolutionen im Nahen Osten, besonders in Ägypten und durch den Bürgerkrieg in Syrien seit 2011 sowie durch den immer noch nicht besiegten "Islamischen Staat" bleibt die Lage  im Nahen und Mittleren Osten weiter zugespitzt. Das betrifft besonders alle ethnischen und religiösen Minderheiten, aber verstärkt die Christen dieser Region. Ähnliches gilt auch für Pakistan und weitere Staaten Südasiens, z.B.  auch Malaysia und Indonesien

Wann wird man friedlich  wieder miteinander
Kaffee trinken?

Auch in Indien übt der  der Hindu-Nationalismus verstärkt Druck auf die anderen religiösen Traditionen aus, besonders den Islam und das Christentum.

Es ist schwer abzuschätzen, wie sich das Jahrhunderte lange oft friedliche und gastfreundliche multireligiöse Zusammenleben in den afrikanischen und asiatischen Gesellschaften weiter entwickeln wird. Besonders durch die Bürgerkriege und die Expansion des sog. Islamischen Staats (IS) und verwandter Milizen sind der gesamte Mittlere Osten, Teile Nordafrikas und der Subsahara-Gebiete destabilisiert.


ÜBERSICHT
1. Länder und Regionen (A - Z)
2. Hintergrundinformationen: Naher und Mittlerer Osten
3. Der sog. Islamische Staat - Bedrohung und Gewaltexzesse






1.  LÄNDER UND REGIONEN

ARABISCHE HALBINSEL und NAHER OSTEN 



ÄGYPTEN
INDIEN



INDONESIEN

IRAK
IRAN
ISRAEL

JEMEN
  •  Jemen - erschütternde Bilanz 2017  (Open Democracy, 09.01.2018)

JORDANIEN




MAGHREB mit MAROKKO und TUNESIEN
Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse 2018


MALAYSIA
MAROKKO >>> MAGHREB

MYANMAR / BURMA
OMAN 
Präsentation am Stand des Sultanats Oman, Frankfurter Buchmesse 2018

PAKISTAN / AFGHANISTAN
PALÄSTINA
--- Von den Anfängen bis heute, vgl. Wikipedia: Palästinakonflikt.
--- Israel-Palestine: Creative Regional Initiatives (IPCRI)
      Israelisch-palästinensischer Think Tank

SAUDI-ARABIEN



SYRIEN

TÜRKEI

TUNESIEN >>> MAGHREB


2. Geschichtliche und politische
    Hintergrundinformationen:
    NAHER und MITTLERER OSTEN / SÜDOSTASIEN


    3.  Terrorismus des sog. Islamischer Staat