Freitag, 28. September 2018

Raimon Panikkar (1918-2010) - Werk eines Brückenbauers zwischen Ost und West (aktualisiert)

Der am 26. August 2010 verstorbene spanische Philosoph und Theologe Raimon Panikkar (geb. 03.11.2018) gehört zu den großen Dialogikern, die mit ihrer Arbeit das Verständnis im Blick auf andere Religionen wesentlich erweitert und bereichert haben. Panikkars Bücher sind in vielen Sprachen erschienen, seine Begegnungen mit Menschen anderer Religionen auf Konferenzen und in Zwiegesprächen haben Anstöße gegeben, die für die Zukunft interkultureller und interreligiöser Begegnungen nicht überschätzt werden können. Von daher wäre es wichtig, dass noch mehr seiner Veröffentlichungen auf Deutsch erscheinen sollten.
Nachruf des musikalischen Brückenbauers Jordi Savall - verbunden mit einer Erläuterung zu einem Konzert  "Sieben Worte Jesu am Kreuz" (Joseph Haydn)
von Raimon Panikkar.
Das Titelcover von "Entre Dieu et le Cosmos" = "Zwischen Gott und Kosmos" dürfte für die Einstellung und die Arbeit Raimon Panikkars wegweisend sein
(Rezension in RIG 7, s.u.).

 20.-22.05.2015: International Symposium
Raimon Panikkar  - Intercultural and Interreligious Dialogue
 
--- Tavertet und Universität Girona (Katalonien)


Der Brückenbauer:
Freischaltung noch gesperrter Texte auf Anfrage (interrel@t-online.de)
 Nach Panikkars Tod erschienene Publikationen

  • Cultures et Religions en Dialogue. Pluralisme et Interculturalité.
    Vol. VI, Tomo 1, Œuvres de Raimon Panikkar,
    2012, Éditions du Cerf, Paris.
  • Il Ritmo dell ‘Essere. Le Grifford Lectures. Vol. X, Tomo I, Opera Omnia 2012, Jaco Book, Milano
  • Pellegrinaggio e ritorno alla sorgente (ed. completa) 2012, Servitium/ Jaca Book, Milano
  • Mystique et spiritualité – mystique, plénitude de vie.
    Vol. 1, Tomo 1. Œuvres de Raimon Panikkar),
    2012, Les Éditions du Cerf, Paris
  • Pelèrinage au Kailash – Retour à la Source (édition complète)
    2011, Les Éditions du Cerf, Paris
  • Religione e Religioni. Vol. II. Opera Omnia (LXVIII) 2010, Jaca Book, Milano
  • Mistica e Spiritualità, il cammino della Vita, Vol. I, Tomo II, Opera Omnia (LXIX) 
    2010, Jaca Book, Milan
  • Vita e parola – La mia opera (LXII) 2010, Jaca Book, Milano
  • Visione Trinitaria e cosmoteandrica. Dio – Uomo – Cosmo,
    Vol. III, Opera Omnia (LXIII) 2010, Jaca Book, Milano
  • Concordia e armonia (LXV) 2010, Mondadori, Milano
  • The Rhythm of Being. The Gifford Lectures (LXVI)
    2010, Marykmoll, New York, Orbis Books 
  • La religione, il mondo e il corpo (LXVII) 2010, Jaca Book, Milano
  • Marcelo Barros/ Raimon Panikkar / José M. Virgil: Per I molti camminidi Dio.
    Vol. 5- Verso una teología pluralista, interreligiosa, laica, planetaria,
    1/2012, Pazzini (in italienischer Sprache)
  • Alessandro Calabrese: Il paradigma accogliente. La filosofia interculturale in Raimon Panikkar. 1/2012, Mimesis
  • Luciano Mazzoni Benoni: Meditare con Raimon Panikkar come presi per mano
    3/2012, Gabrielli Editori

Verlagsneuerscheinungen in Englisch, Französisch und Spanisch

Auswahl aus Neuerscheinungslisten von Verlagsneuerscheinungen mit englischen französischen und spanischen Büchern. Die meisten dieser Verlagshäuser sind in mehreren Ländern vertreten. Sie präsentieren ein beachtliches Angebot zu den Themen Religionen, interreligiöser Dialog, religiöser Pluralismus, Spiritualität, Theologie und Religionswissenschaft:


Samstag, 22. September 2018

Begegnung der Religionen im Kindergarten (aktualisiert)

Interkulturelle und interreligiöse Möglichkeiten
im Kindergarten

KindOERgarten -
Freies Material für den Kindergarten



I.  Grundsätzliches
zum Dialog der Religionen

II. Koran und Bibel im Vergleich

III. Anregungen für die Praxis
Miteinander und interreligiös im Kindergarten lernen und feiern
Vorstellung mehrerer Titel und Praxisanregungen 
aus dem Don Bosco-Verlag München 2015 - 2018
mit den Autorinnen: 
Şenay Biricik, Naciye Kamçılı-Yıldız, Şenay Biricik , Katharina Kammeyer,
Viola M. Fromme-Seifert, 
Stefanie Poritzki, 
Claudia Tombrink --- Besprechungen: hier
IV.  Themenfelder für die Fortbildung von ErzieherInnen
  • Vorstellungsgespräch unter Hervorhebung der unterschiedlichen multikulturellen Situation am Ort und speziell im betreffenden Kindergarten
  • Theologische Voraussetzungen des interreligiösen Dialogs
  • Praxisbeispiele aus verschiedenen religiösen Traditionen
    (nicht nur "christlich-islamisch"):
    Bildergalerie im Kindergarten, Moschee- und Kirchenbesuche, Feiern der verschiedenen Feste, Geschichten nacherzählen, Einbeziehung der Eltern - "Elterncafé",
    kleinere und größere Projekte (vgl. "Engel der Kulturen"), Erfahrungen aus der Grundschule übertragen.
  • Zwischenbilanz mit Möglichkeiten der Weiterarbeit

V . Weitere Literaturhinweise
  • Meral Akkent / Gaby Franger: Das Kopftuch Basörtü. Ein Stückchen Stoff in Geschichte und Gegenwart. Frankfurt/M.: Dagyeli 1987 (nur noch antiquarisch erhältlich)
  • Rezension des Kinderbuchs von
    Oscar Brenifier/ Jacques Després:
     
    Was, wenn Gott einer, keiner oder viele ist?
  • Carola Fleck / Stephan Leimgruber: Interreligiöses Lernen in der Kita. Grundwissen und Arbeitshilfen für Erzieher/-innen. Religiöse Bildung und Werteerziehung, 3-6 Jahre.
    Köln: Bildungsverlag EINS 2011
  • Frieder Harz: Interreligöse Bildung und Erziehung in Kitas.
    Göttingen: V & R 2014 ---
    Inhaltsübersicht und Leseprobe
  • Barbara Huber-Rudolf: Muslimische Kinder im Kindergarten.
    Eine Praxishilfe für alltägliche Begegnungen. München: Kösel 2002
  • Rainer Möller / Reinmar Tschirch  (Hg.): Arbeitsbuch Religionspädagogik für Erzieherinnen.
    Stuttgart: Kohlhammer 2014 (6. Aufl.)
  • Bernd Rudow: Beruf Erzieher / Erzieherin - mehr als Spielen und Basteln.
    Münster / New York Waxmann 2017, 365 S. (ausführliche Rezension)
  • Annika Sulzer: Kulturelle Heterogenität in Kitas. München: DJI 2013--- Infos und Volltext
  • Weißt du, wer ich bin?
    Das Projekt der drei großen Religionen
    für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland.
    Basisheft, Materialsammlung und Beispiele von Initiativen. Frankfurt/M.: ACK 2011

         
                                                                                                

    Donnerstag, 6. September 2018

    Kloster Marienrode - spirituelle und literarische Entdeckungen (aktualisiert)

    Klosterkirche St. Michael
    Augustiner und Zisterzienser
    Das Kloster in Hildesheim-Marienrode wurde 1125 von Augustinern (vermutlich Augustiner Chorherren) gegründet, die dort bis 1259 lebten. Dieser Konvent nahm offensichtlich ein unrühmliches Ende.
    1259 übernahm der Zisterzienser-Orden das Kloster. Die Mönche kamen aus dem abgebrannten Kloster Isenhagen bei Gifhorn. Als die Stadt Hildesheim im Jahr 1542 die lutherische Reformation annahm, blieb das Kloster Marienrode bei den "Altgläubigen." Die wirtschaftlichen und geistlichen Probleme des Konvents nötigten immer wieder, 
    Marienrode von anderen Klöstern her zu unterstützen: 1663 wurde darum der Altenberger Mönch Johann Nigelgen Abt des Klosters Marienrode.
    Der Konvent existierte bis zur Säkularisierung 1806, als die Mönche genötigt wurden, das Kloster zu verlassen. 


    Klosterhof - rechts das Benediktinerinnen-Priorat
    Die Wallfahrtskapelle
    Neben der Klosterkirche  wurde im Mittelalter die Wallfahrtskapelle erbaut, den beiden heiligen Ärzten Cosmas und Damian gewidmet. Als  verehrungswürdige Reliquie konnte man auf ein Stück der Dornenkrone Christi  verweisen. Die heutige Torkapelle wurde 1792 von Grund auf neu errichtet. 

    Klosterdomäne und evangelische Gemeinde
    Ev.-luth. St. Cosmas- und Damian-Kirche
    Mit der Aufhebung des Kloster im Jahre 1806 kam es unter staatliche Verwaltung. Es wurde wie alle durch die Säkularisation aufgehobenen Klöster Niedersachsens administrativ der Klosterkammer in Hannover unterstellt.
    Das Klostergut wurde 1813 dem Oberforstmeister Carl Baron von Beaulieu-Marconnay überlassen - als Belohnung für sein Engagement in den deutschen Freiheitskämpfen.

    Taufstein - Kanzelaltar -Lesepult
    So kam ein protestantisches Element in die Geschichte des Klosters. Denn besonders die Ehefrau des Barons, 
    Gräfin Henriette von Egloffstein, drängte auf die Möglichkeit evangelischer Gottesdienste. 
    Schließlich wurde die ehemalige Wallfahrtskapelle auf der Domäne im Jahr 1831 der kleinen evangelischen Gemeinde übergeben.
    Der Innenumbau ermöglichte auch die Errichtung eines typisch protestantischen Kanzelaltars. Er betont den unmittelbaren Zusammenhang von Wort Gottes und Abendmahl.

    1956 erhielt Marienrode zusammen mit Neuhof, Hildesheimer Wald und  Barienrode den Status einer  selbständigen ev.-luth. Gemeinde. 


    Orgel-Empore, darunter: Bildnis des Gekreuzigten -
    gemalt von Julie von Egloffstein (1824):
    Nachbildung  des Originals von
    Guido Reni (1575-1642)

    Und noch eine Besonderheit:
    Henriette von Egloffstein brachte aus erster Ehe drei Töchter mit - Caroline, Julie und Auguste, die zum Kreis um Johann Wolfgang von Goethe gehörten. Ihre Gräber sind in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Wallfahrtskapelle.

    Inschrift vor dem Friedhofseingang
    Grabmal der Egloffstein-Frauen


    Wiederaufleben der Klostertradition
    Im Jahre 1988 gelang es unter Federführung des Bistums Hildesheim, die Ordens-Spiritualität des ehemaligen Klosters wieder zu beleben. In einen Teil des Gebäudekomplexes zogen Benediktinerinnen aus der Hildegard-Abtei Eibingen ein. Seitdem prägen das Stundengebet der Nonnen in der Klosterkirche und die Möglichkeit der Meditation und Besinnung für Gäste Marienrode in besonderer Weise.
    Mehr zum 
    Benediktinierinnenpriorat Marienrode: hier 


    Von den Zisterziensern angelegter Teich

    Marienrode - Blick vom Klingenberg
    (Merian-Stich, in Topographia Saxoniae 1653)

    Literatur
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    1. Allgemein

    2. Marienrode
    Rundgänge - Sehenswürdigkeiten

    CC 



    Dienstag, 4. September 2018

    Matronenheiligtümer und Kultorte am Limes

    Weihestein des Caldinius Firminius
     im Tempelbezirk Pesch
    (Wikipedia)
    In den linksrheinischen Regionen lassen sich viele Zeugnisse für die Anbetung von (keltisch-römischen) Muttergottheiten entdecken. Sie stammen überwiegend aus der damaligen römischen Provinz Niedergermanien = Germania inferior. Sie wurden in der Zeit zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Die "Matronen" bilden nicht selten eine "Trinität".
    Ihr Name "Matronenheiligtümer" bezieht sich auf das lateinische Wort "mater" = Mutter bzw. "matrona" = Familienmutter. Der Begriff lässt sich auch auf  "deae matres" = göttliche Mütter beziehen.


    Eine Reihe von diesen Kultorten sind restauriert und gut zugänglich. In der Eifel liegen einige relativ dicht beisammen:

    Matronenheiligtümer


    Kultdarstellungen

    Matronae Aufaniae - Tempelbezirk "Görresburg" (Wikipedia)
    Matronen-Altar (Matronae Aufaniae) --- Rheinisches Landesmuseum Bonn 

    Mars, Diana/Luna und Jupiter
    Relief an der Römersäule, Kastell Echzell
    (Ober-Germanien)

























    CC